Sind Insulaner glücklicher?
Viel Sonne, lange Sandstrände vor der Haustür und allgemeiner Wohlstand sollten auf Mallorca eigentlich für absolute Glückseligkeit sorgen. Doch eine Studie über die Zufriedenheit der Menschen in Spanien kommt zu einem überraschenden Ergebnis. Die Menschen auf den Balearen sind nur “mittelmässig zufrieden”. Die Inselbewohner sind zwar wesentlich glücklicher als Menschen aus Madrid, Murcia und Asturien, aber überraschenderweise weit weniger zufrieden als Bewohner der Extremadura, Kataloniens oder des Baskenlandes. Auf der nationalen Glücksskala liegen sie im Mittelfeld – trotz des Wohlstands.
Zwar sehen Experten einen Zusammenhang zwischen Glück und Freude, und die Freude ist wiederum eng verbunden mit klimatischen Faktoren und typisch südländischen Lebensgewohnheiten – doch an der Sonne alleine kann das gefühlte Glück nicht liegen. Auch wenn wir Nordeuropäer das sicher anders sehen, der Studie zufolge spielt das Klima tatsächlich kaum eine Rolle: Am glücklichsten sind Menschen, die mit einem Partner oder der Familie zusammenleben, nicht in finanziellen Schwierigkeiten stecken und zwischen 26 und 35 Jahre alt sind. Mit zunehmendem Alter scheint das Glück aber abzunehmen: In der Altersgruppe zwischen 36 und 55 schätzen sich fast ein Drittel der Menschen als “weniger glücklich” ein, “sehr glücklich” sind hingegen nur 22,8 Prozent der Befragten in dieser Altersgruppe. Auf die Frage, welche Faktoren für das Glück von entscheidender Bedeutung sind, gaben 37 Prozent „Gesundheit“ an, 32 Prozent sehen die Liebe als entscheidenden Glücksfaktor, und gerade einmal 17 Prozent machen Geld als wichtigen Bestandteil des Glückes aus. Diese Einstufung ist allerdings altersabhängig: Während in jungen Jahren eher Geld eine Rolle für das eigene Glück spielt, zählt mit zunehmendem Alter die Gesundheit mehr als die Finanzen.
Mehr Geld macht definitiv nicht glücklicher
Das alte Sprichwort scheint sich zumindest teilweise zu bewähren: Geld allein macht tatsächlich nicht glücklich. Zwar sind die Menschen aus der Mittel- und Oberschicht glücklicher als Zugehörige anderer sozialer Klassen. Trotzdem macht mehr Geld nicht automatisch glücklicher. Denn die Studie zeigt, dass Einkommen von mehr als 20.000 Euro pro Haushalt das Glücksempfinden der Menschen nicht weiter steigern können. In umgekehrter Richtung beeinflusst Geld sehr wohl die Zufriedenheit: Menschen aus Haushalten, die weniger als 20.000 Euro zur Verfügung haben, sind erwiesenermaßen unglücklicher.
Frauen messen dem Geld dabei weniger Bedeutung für das eigene Glück zu als Männer, für die Glück eher mit finanzieller Sicherheit verbunden ist. Auch insgesamt sind Frauen glücklicher als Männer: 59 Prozent aller Frauen sind “sehr glücklich”, bei den Männern sind es nur 41 Prozent. Arbeit ist ebenfalls ein wichtiger Glücksfaktor: Menschen in Beschäftigungsverhältnissen sind glücklicher als Arbeitslose.
Und dann ist da noch die Liebe: Am glücklichsten sind tatsächlich Menschen in gefestigten Beziehungen, egal ob mit Trauschein oder ohne. Achtzig Prozent der Menschen, die mit einem Partner zusammenleben, bezeichnen sich selbst als “sehr glücklich” – in der Gruppe der Singles sind dies gerade ein mal fünf Prozent. Am größten ist das Glück in Familien mit drei oder vier Mitgliedern, also mit ein bis zwei Kindern – ab einer Zahl von drei Kindern sinkt das Glücksempfinden aber wieder.
Ob man als Erwachsener glücklich ist oder nicht, hängt übrigens zumeist mit der eigenen Kindheit zusammen: Aus einer glücklichen Kindheit gehen fast immer glückliche Erwachsene hervor.
Alexandra Wilms
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