Mietwagen: Vergleichen lohnt sich
Wer Mallorca wirklich kennen lernen will, der kommt in seinem Insel-Urlaub um einen Mietwagen nicht herum. Pro Jahr mieten sich deshalb unglaubliche 1,6 Millionen Deutsche ein Auto, um die landschaftlichen Schönheiten der Insel zu erkunden. Doch spätestens bei der Ankunft am Flughafen von Palma steht der Urlauber vor der Qual der Wahl: Welche der unzähligen Auto-Vermietungen ist wohl die beste, und welche die günstigste? Das Reisemagazin Urlaub Perfekt hat die acht größten Mietwagenanbieter Mallorcas getestet. Dabei wurden die Tarife und Versicherungsleistungen ebenso bewertet wie der Service bei Abholung und Rückgabe. Außerdem prüfte ein Kfz-Meister die Ausrüstung und Fahrtüchtigkeit der Wagen.
Weder Warndreieck noch Verbandskasten
Die gute Nachricht zuerst: Keiner der getesteten Wagen wies eklatante Mängel in Bezug auf die Fahrsicherheit auf. Preislich liegen zwischen der Anbietern allerdings Welten: Bis zu 550 Prozent Preisdifferenz machten die Tester aus – wohlgemerkt für das gleiche Model. Weitere Testergebnisse: Die bekannten großen Firmen bieten nicht immer die besten Preise, und sowohl Wagenausstattung als auch Serviceleistungen unterscheiden sich gewaltig. Hier die Ergebnisse im Einzelnen:
Den Testsieg sicherte sich Sixt mit der Gesamtnote “gut” (82 von 100 Punkten). Der Anbieter punktete mit einem tadellosen Wagen und Top-Service. Die spanischen Firmen Ultramar Cars und Centauro erhielten ebenfalls die Note “gut” dank günstiger Preise und solider Fahrzeuge. Avis, Europcar und Alamo landeten mit einem “ausreichend” dagegen auf den hinteren Plätzen: Die Mitarbeiter waren unfreundlich oder überfordert, die Wagenausstattung unvollständig oder die Autos nur in einem mittelmäßigen Zustand.
Doch schon bei der Online-Buchung heißt es für Urlauber aufgepasst: 21 Euro kostete der Kleinwagen für einen Tag bei Ultramar Cars. 118 Euro verlangte dagegen Avis – ein Unterschied von 550 Prozent! Die anderen Firmen boten das Auto zwischen 25 und 46 Euro an. Alle Preise beinhalteten unbegrenzte Freikilometer und eine Haftpflichtversicherung mit hoher Deckungssumme. Die Selbstbeteiligung bei der Vollkaskoversicherung lag zwischen 150 Euro (Centauro und Hasso) und 600 Euro (Alamo).
Abgefahrene Reifen
und Bremsbeläge
Bevor der Kunde Gas gibt, sollte er die Ausrüstung des Mietwagens prüfen. Denn der Proficheck des Kfz-Meisters zeigte, dass oft Sicherheitsstandards fehlen: Im Opel Corsa von Europcar gab es weder Warndreieck, Verbandskasten noch Unfallprotokoll. Nur Sixt und Centauro boten von der Warnweste (die auf Mallorca wie in ganz Spanien verpflichtend in jedem Auto vorhanden sein muss) bis zur Straßenkarte die komplette Ausstattung. Auch technisch überzeugte der Europcar-Corsa nicht. Er hatte wenig Reifenprofil und Bremsbeläge – war aber noch fahrtüchtig. Die übrigen sieben Autos wiesen keine oder geringe Mängel auf. Große Unterschiede gab es beim Service: Die Angestellten von Hertz, Hasso, Avis und Europcar erläuterten die wichtigsten Vertragspunkte nur auf Nachfrage. Bei der Autoabholung fertigte Ultramar Cars als Einziger direkt ein Schadenprotokoll an, das Vorschäden am Wagen bescheinigt.
Eine Stunde Wartezeit bei der Rückgabe
Noch wichtiger ist die Rückgabe: Nur Centauro, Europcar, Sixt und Alamo bestätigten schriftlich, dass das Auto schadenfrei war. Ohne Protokoll kann der Mieter nachträglich für Mängel zur Kasse gebeten werden, selbst wenn er sie nicht verursacht hat. Auch die Wartezeit variierte: Die Rückgabe der Wagen dauerte von fünf Minuten bei Hertz bis zu einer Stunde bei Alamo.
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