Häfen seit April ausgebucht

Das Zitat aus einem Proteo-Laurenti-Kri­mi trifft wohl nirgends mehr zu als auf Mallorca: “Wer darüber nachdenkt, ob er sich ein Schiff leisten kann, der kann sich kein Schiff leisten.” Die An­schaffung ist die eine Sache, doch wirklich teuer wird neben dem Unterhalt vor allem der Liegeplatz.

Und da bestimmt auf Mal­lorca die Nachfrage das Angebot: Um die 10.000 Hafenliegeplätze fehlen laut Schätzung von Joan No­guera, Präsident der balearischen Sport­hafen­ver­ei­nigung. “Schon im April hatten die Sport­häfen der Insel eine Aus­lastung von 100 Prozent”, so Noguera. Allein der Club de Vela von Port d’Andratx muss jedes Jahr 2.000 An­fragen nach Lie­ge­plätzen ablehnen, zur Zeit stehen über 3.500 Yachten auf der Warteliste für einen Lie­geplatz in dem beliebten Hafen. Die Forderung nach dem Ausbau der bereits vorhandenen Häfen stößt aber bei Umweltschützern auf großen Widerstand. Da mutet die Aussage von Umwelt­minister Miquel Angel Grimalt (Union Mallor­qui­na) fast schon wie eine kleine Revolution an: Das Fehlen von Liegeplätzen in der Hauptsaison führe zu einem “Defizit”, dem man durch die Schaffung neuer Infrastrukturen entgegen wirken müsse. Allerdings stoßen die Plä­ne von Grimalt, die Boote vermehrt an Land statt im Wasser zu “parken”, auf wenig Gegen­liebe. “Dazu braucht man Grundstücke in Hafennähe, und die stehen auf der Insel nicht zur Verfügung”, setzt Noguera entgegen. In einer Sache sind sich jedoch alle einig: Der Nautik-Tourismus spült viel Geld in die mallorquinischen Kassen. Allein letztes Jahr generierte der Sektor 545 Millionen Euro, fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Das liegt vor allem an der Kaufkraft der Yacht-Touristen, die im Durchschnitt täglich 119 Euro auf Mallorca ausgeben – mehr als doppelt soviel wie der normale Tourist. Und das, obwohl der Sektor nur zu 50 Prozent ausgereizt ist. Die Regierung hat nun 5.000 neue Liegeplätze versprochen – allerdings erst bis 2015. Bis dahin werden viele Yachten andere Hä­fen angesteuert haben.

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