Hitze fordert Todesopfer
Es war der perfekte Tag am Strand: Kinder springen in den Wellen, Teenager flanieren entlang der Brandung auf der Suche nach einem Flirt, der Sandstrand Cala Major ist an diesem Samstag besonders voll. Am Wochenende mischen sich auch die Berufstätigen unter die Urlauber. Kein Wunder, dass niemandem der scheinbar schlafende Mann auffällt. Seine Haut ist zwar knallrot, aber das ist man beim Anblick der vielen Urlauber in Cala Mayor ja gewohnt.
Erst als Schaum aus seinem Mund läuft, wird eine junge Frau auf ihn aufmerksam
Doch der junge Mann schlief nicht etwa seinen Rausch aus, sondern war längst bewußtlos. Vier Stunden lang lag er ohnmächtig in der prallen Sonne, stellten die Mediziner fest, ohne dass jemand in der Nachbarschaft etwas merkte. Erst als Schaum aus seinem Mund läuft, wird eine junge Spanierin auf ihn aufmerksam und alarmiert die Rettungsschwimmer. Drei Tage später stirbt der 29jährige auf der Intensivstation an Organversagen und schweren Hautverbrennungen. Mallorcas Sonnenanbeter sind wieder unvorsichtiger geworden. Die vielen Warnungen vor zu langem Sonnenbad verfehlen bei immer mehr Menschen ihre Wirkung. 494 Patienten mussten allein von Anfang April bis Anfang Juli in den staatlichen Gesundheitszentren Mallorcas wegen Beschwerden behandelt werden, die mit den hohen Temperaturen und der starken Sonneneinstrahlung zusammenhingen. 115 von ihnen wegen Brandverletzungen, der große Rest wegen Hitzschlag oder Kreislaufkollaps. Dazu kommt eine hohe Zahl an Patienten, die sich in privaten Krankenhäusern oder bei Privatärzten behandeln lassen und in der offiziellen Statistik des Gesundheitsministeriums nicht erfasst werden. Kinder besonders gefährdet
Besonders alte Menschen und Kinder sind betroffen. Wer sich etwas Gutes tun will, der meidet ein Sonnenbad zur Mittagszeit und legt sich auch vor und nach dem Mittag in den Schatten. Ärzte raten zudem, ausreichend Wasser zu trinken und sportliche Aktivitäten auf jeden Fall in die Abendstunden zu verlegen. sr
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