Kein Catalan bei Air Berlin

Neue Runde im Spra­chen­streit zwischen der Balearen­regierung und Air Berlin: Álvaro Middel­mann, Air Berlin Direktor für Spa­nien und Portugal, erteilte Mallor­cas Links­nati­onalisten eine deutliche Abfuhr. Die Einführung von Catalan als Bordsprache sei “nicht rentabel” erklärte er in der Tageszeitung Diario de Mallorca.

Dies sei das Ergebnis einer im August durchgeführten Studie und entspreche zudem den Em­pfehlungen der deutschen Handelskammer in Spa­nien, so Middelmann. Air Berlin war im Frühling von der Balearenregierung aufgefordert worden, nicht nur den Service an Bord, sondern auch das Internet­angebot und Reiseunter­lagen auf Catalan anzu­bieten. Damals hatte die negative Reaktion von Air Berlin-Chef Joachim Hunold für Schlagzeilen gesorgt. Boy­kott­aufrufe aus Katalonien hatten schließlich zur Folge, dass der FC Barcelona einen bereits gebuchten Flug mit Air Berlin absagte. Dass das Thema nun erneut zur Sprache kam, liegt auch an einem Brief aus Galizien: Eine Regiona­l­behörde hatte die deutsche Flug­gesel­l­schaft darüber informiert, dass eine Unter­su­chung gegen Air Berlin eingeleitet werde. Grund für die Unter­su­chung war eine schriftliche Be­schwerde, weil Air Berlin auf seinen Flügen nicht auf Gallego bedient. “Ich bin spanischer Staatsbürger, und bis nicht das Gegenteil bewiesen ist, gilt die Verfas­sung von 1978: Es existiert eine allen Spaniern gemeinsame Sprache”, er­klä­rte Middel­mann. “In den zweisprachigen Re­gio­nen Spaniens wird dies nicht respektiert”, so der Direktor, der besagte Re­gio­nen zu “et­was mehr To­­ler­anz” aufforderte: Schließ­­­lich bemühe sich Air Berlin redlich, dass das deutsche Kabinenper­sonal die Gäste auf Castellano empfangen könne. Das Unternehmen habe in den vergangenen fünf Jahren 800.000 Euro in Castellano-Kurse für seine Mitarbeiter inves­tiert. “Wir sind ein deutsches Privat­unternehmen und deshalb in erster Linie unseren An­legern gegenüber zur Ren­ta­bilität verpflichtet.” Zudem verwies Middel­mann auf hunderte Arbeits­plätze auf Mallorca, die durch die zahlreichen Hubverbin­dun­gen der Airline auf der Insel geschaffen würden. “Air Berlin ist eine der wenigen Airlines, die auch im Winter regelmäßig nach Mallorca fliegen”, rief Middelmann in Erinnerung. Als Reaktion auf die wiederholten Boy­kott­aufrufe der Katala­nis­ten erklärte er im Diario de Mallorca: “Nie­mand wird gezwungen, mit Air Berlin zu fliegen. Wer nicht will, soll nicht mit uns fliegen.”

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