El Arenal:
Staub aus dem Steinbruch

Lärm, Staub und gefährliche Erschütterungen – die Anwohner des Stein­bruchs Can Cánaves in El Arenal litten seit Jahren unter den Aktivitäten der Anlage. Die Folgen waren gesundheitliche Beschwer­den, wie Allergien und Hus­ten, Risse in Wänden und die Ver­schmutzung der Um­­ge­bung. Doch trotz zahlreicher Kla­gen gegen den Steinbruch konnten weder die Nach­bar­schaftsverei­nigung noch die verärgerten Hoteliers etwas ausrichten. Der Abbau ging weiter.

Dies ist um so verwundlicher, nachdem sich vor einigen Tagen herausstellte, dass die Be­triebs­geneh­mi­gung der An­lage bereits seit Jahren abgelaufen ist. Mit­tels ge­fälschter Doku­mente und manipulierter Pläne sei es den Betreibern gelungen, die nötigen Ge­neh­migungen zur weiteren Nutzung des Stein­bruchs zu erhalten, vermutet die Staatsanwaltschaft. Wie war das möglich? Laut Ermittlungsunterlagen hat wahrscheinlich eine für Bergbau zuständige Beam­tin beim Industrie­minis­terium zahlreiche illegale Genehmigungen ausgestellt, unter anderem für den Ge­steinsabbau in einem Ge­biet, auf dem dies ausdrück­lich untersagt ist. Auf be­sagtem Grundstück direkt neben Can Cánaves machten die Betreiber des Stein­bruchs kürzlich einen Pi­nien­wald dem Erdboden gleich, um die Abbaufläche zu vergrößern.

Betreiber und Kontrolleur in Personalunion

Besonders pikant: Der Ei­gentümer des Stein­bruchs Juan B. war früher auch Abtei­l­ungs­leiter der Überwachungsbehörde für die Stein­brü­che. B. musste sein Geschäftsgebahren also selbst kontrollieren… Doch B., der sechs der vier­zehn größten Stein­­­­­brü­che der Insel leitet, ist nicht der einzige Be­günstigte, welcher der öffentlichen Ver­wal­tung nahe steht. Die anderen acht großen Ta­ge­bau­betriebe gehören Javier F.. Er ist zugleich Präsi­dent der für Minen­kon­trolle zuständigen Inge­nieurs­kammer.

Betonfabrik im Naturschutzgebiet

Auch F. steht im Visier der Staatsanwalt­schaft. Sein Steinbruch Can Centes in Felanitx wurde wahrscheinlich mit Hilfe gefäl­schter Doku­mente um eine Betonfabrik erweitert – auf einem Gelände, das als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Sollten sich die Vorwürfe erhärten, drohen den Be­treibern hohe Strafen. Vor zwei Monaten hat die Gemeinde Santanyí die Besitzer eines illegalen Steinbruchs zu einer Geld­strafe von 180.000 Euro verurteilt. Außerdem muss das Unternehmen, das ohne die nötigen Lizenzen arbeitete, den An­fahrts­weg zum Stein­bruch wieder instand setzen – für geschätzte 617.000 Euro. red

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