Xocolata, Turrón & Trauben

Während in deutschen Su­permärkten in der Zeit vor Weihnachten vor allem Leb­kuchen und Schokolade in allen erdenklichen Formen angeboten werden, rüsten sich spanische Läden mit ganzen Tischen der Weihnachts­spezialität Túrron auf den Ansturm der Käufer. Auch auf Mallorca ist der Turrón unverzichtbarer Bestandteil der Vor- und Weihnachts­zeit. Die nougatähnliche Süßigkeit wird aus Man­deln, Zucker, Honig und Eiern hergestellt.

Heute gibt es Turrón in einer beinahe unendlichen Vielfalt, zu den be­kann­testen Varianten gehört der Turrón de Yema, welcher mit Eigelb zubereitet wird und sowohl geschmacklich als auch von der Textur sehr dem Marzipan ähnelt, Turrón de Chocolate mit Scho­kolade und Turrón de Fruta mit kandierten Früchten. Eine besondere, wenn auch schwer zu findende Spezialität ist Túrron aus mallorquinischen Mandeln, denn diese sind besonders süß und wohlschmeckend. Aber auch Ensaimada, das mallorquinische Schmalzge­bäck in Schne­ckenform und die Xocolata, ein sehr süßer und dickflüssiger Kakao, sind ein klassisches Weih­nachtselement – traditionell wird diese Kombi­nation nach der Mitter­nachts­messe am Heilig­abend kredenzt. Der Brauch ist darauf zurückzuführen, dass früher nach der missa de gallo, der spanischen Christmette, vor den Kirchen aus einem großen Kessel ein schlichter Eintopf an die Gemeinde verteilt wurde. Dieses gemeinsame Essen findet inzwischen im Familien­kreis statt. Wobei die Suppe im Laufe der Jahre durch die süßen Leckereien ersetzt wurde. Heiligabend gibt es, anders als in Deutschland, kein spezielles Menü. Der erste Weihnachtstag steht ganz im Zeichen des dinar de nadal, des Festtagsmahls. Dazu gehört auf Mallorca eine Nudelsuppe mit ge­würzten Fleisch­bällchen, in dörflichen Gegenden oftmals noch der traditionsreiche gefüllte Truthahn oder aber ein knuspriges Span­ferkel.

Am besten schälen…

Zum Nachtisch gibt es ein Glas Sekt und natürlich einen Teller mit in Stücke geschnittenen Turróns. Sekt darf selbstverständlich auch an Silvester nicht fehlen, um Punkt 12 aber haben die Spanier keine Hand für Gläser frei: Der Aberglaube schreibt vor, um Mitternacht zu jedem Glockenschlag eine Traube zu essen. Wer dies schafft, hat im nächsten Jahr angeblich keine Geldsor­gen. Silvester 2008 wird deshalb sicher auch der eine oder andere Skeptiker brav seine Trauben verschlingen. Damit die Trauben schnell genug rutschen, sind ganze Silvestergesellschaften damit beschäftigt, die Früchte schon vorher zu schälen – aus diesem Grund gibt in Spanien auch Trauben in Dosen, bei diesen entfällt die Schälerei. Auch am Tag der Heiligen Drei Könige gibt es eine ganz besondere Spezialität: den “Roscón de Reyes”, einen Kranzkuchen mit getrockneten Früchten, in den eine Münze, Bohne oder Spiel­figur eingebacken ist. Wer den kleinen Schatz in seinem ­Kuchen­stück findet, darf sich an diesem Tag eine Königs­krone aufsetzen. Alexandra Wilms

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