Löchrig wie Schweizer Käse
Dass die Kontrollen am Flughafen von Palma nicht so streng sind wie auf anderen europäischen Flughäfen, hat der ein oder andere Vielflieger sicher schon bemerkt: Wenn beispielsweise auf dem Rückflug nach Mallorca ein Taschenmesser beschlagnahmt wird, dass vor dem Abflug in Palma nicht mal bemerkt wurde, läßt sich eine gewisse mediterrane Gelassenheit nicht leugnen… Nun könnte sich die Sicherheitslage am Flughafen Son Sant Joan weiter verschlechtern: “Die Kontrollen an Mallorcas Flughafen sind schon jetzt so durchlässig wie ein Sieb”, erklärt Miguel Pérez, Gewerkschaftssprecher des Sicherheitspersonals am Flughafen von Palma.
Der Mitarbeiter des Sicherheitsunternehmens Trablisa erhebt schwere Vorwürfe gegen den für die Flughafensicherheit zuständigen AENA-Direktor Miguel Campaner. Der wolle die Zahl der Mitarbeiter um die Hälfte reduzieren: Statt 300 Mitarbeiter wie in der letzten Hochsaison, sollen in diesem Sommer nur noch 150 Mitarbeiter von Trablisa täglich Dienst tun. Der erste Schritt zur Personaleinsparung erfolgte schon Anfang März, als 35 Mitarbeiter des Flughafensicherheitsteams entlassen wurden. Die “bereits jetzt defizitäre” Sicherheitslage am Flughafen werde so noch verschlechtert, erklärt Pérez: “Vor allem bei den Zugängen für das Flughafenpersonal gibt es praktisch keine Sicherheitskontrollen mehr. Die 5.000 Mitarbeiter gehen ein und aus, als wären sie bei sich zuhause.” Für das sechsstöckige Parkhaus, in dem nach Ansicht des Gewerkschafters zwei Sicherheitsleute pro Stockwerk abgestellt sein sollten, ist kein einziger Wachmann eingeteilt. Doch auch die Passagierkontrollen sind von den Sparplänen des Flughafens betroffen. So steht an den Sicherheitskontrollen vor dem Check-in meist nur ein Trablisa-Mitarbeiter, obwohl es laut Gesetz mindestens drei sein müssten: Einer kontrolliert die Röntgenbilder der Handgepäckstücke, ein männlicher und eine weibliche Mitarbeiterin stehen bereit, um die Passagiere bei Bedarf abzutasten. Wenn nur eine Person an der Sicherheitskontrolle steht, verzögert sich der Ablauf dramatisch, denn männliche Kontrolleure dürfen weibliche Passagiere nicht abtasten und müssen erst eine Kollegin herbeirufen. “Drei Wachleute stehen aber nur dann an den Kontrollen, wenn sich Inspektoren der Europäischen Union angekündigt haben”, so Pérez. Nach Angaben des Gewerkschafters sind sowohl die Sicherheitsleute als auch die Guardia Civil strikt gegen eine weitere Reduzierung des Wachpersonals. Die Entscheidung von Campaner beweise, “dass er keinerlei Ahnung hat, was er da tut.”
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