Neue Minister statt Sparkurs
Statt wie angekündigt den Verwaltungsapparat der Balearenregierung zu verkleinern, um in der Krise öffentliche Gelder einzusparen, hat Balearenpräsident Antich nach der Sommerpause lediglich zwei Ministerien neu besetzt und umgeformt. Die bisherige Ministerin für Erziehung und Kultur Barbara Galmés wurde von Bartomeu Llinás abgelöst, der vorher im Präsidium von Antich tätig war. Llinás will sich vor allem für den Bau neuer Schulgebäude stark machen.
Ein weiterer Wechsel fand beim balearischen Innenministerium statt. María Ángeles Leciñena gab ihren Posten an Pilar Costa ab, die bisher als Sprecherin des Inselrats von Ibiza arbeitete. Alle Ministerien sind in der Hand der PSOE. Während Galmés sich in ihrem Amt nicht so recht profilieren konnte, schlug Leciñena intern heftiger Widerstand entgegen. Zuletzt war sie in die Schlagzeilen geraten, weil sie einen Beamten per Rettungshubschrauber einfliegen ließ, nur um ihn zu einem Sachthema zu befragen. Wegen dieser Affäre hätte sie demnächst dem Parlament Rede und Antwort stehen müssen – nach dem Wechsel fällt dies wohl unter den Tisch. Ihre Nachfolgerin Pilar Costa führt nun ein neu strukturiertes Ministerium: das Innenministerium ist nun auch für die Bereiche Justiz (vorher Präsidium) und Innovation (vorher Wirtschaftsministerium) zuständig. Diese Neustrukturierung soll laut Antich helfen, der Krise besser begegnen zu können. Obwohl viele Beobachter damit gerechnet hatten, dass auch der Tourismusminister Miquel Nadal (Union Mallorquina) ausgetauscht werde, konnte dieser sich in seinem Amt halten. Auch die Minister der anderen Kleinstparteien bleiben auf ihren Posten. Für das kommende Jahr denkt Antich allerdings laut darüber nach, das Landwirtschaftsministerium aufzulösen: Da die Kompetenzen im Agrarbereich 2010 ohnehin an die vier Inselräte übertragen werden, wird das Ministerium dann voraussichtlich nicht mehr benötigt.
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