Kampf um den Sand
Hoteliers und Urlauber in Cala Ratjada freuen sich: Gegen den Willen der Gemeinde Capdepera und des Umweltministeriums der Balearen will die Zentralregierung in Madrid den Strand von Cala Agulla mit Sand aufschütten. Ein Großteil des feinen Sandes der Cala Agulla, einem der schönsten Strände in der Umgebung von Cala Ratjada, wurde bei einem großen Unwetter 2001 ins Meer gespült. Seitdem streiten die zuständigen Stellen um die Regenerierung des Strandes.
Schon früh war im Gespräch, Sand aus den unter Wasser gelegenen Vorkommen bei Banyalbufar an der Nordküste abzusaugen, um damit den Strand von Cala Agulla wieder aufzufüllen. Doch einer Studie des balearischen Umweltministeriums zufolge hätte die Auffüllaktion nicht nur fatale Folgen für das Ökosystem in Banyalbufar. Da der Sand vom Meeresboden im Inselnorden nicht der gleiche sei wie der im Südosten der Insel, würde die Auffüllung auch nicht zur Stabilisierung des Strandes beitragen. Nach jahrelangem Streit schien nun eine Lösung in Sicht: Cala Agulla sollte mit Sand aus den der Bucht vorgelagerten Sandbänken aufgefüllt werden. Umso überraschender nun die Entscheidung aus Madrid: Der Strand wird mit 150.000 Kubikmetern Sand aus Banyalbufar aufgefüllt. Während die Gemeinde, verschiedene Verbände und auch das balearische Umweltministerium Einspruch einlegten, begrüßte der Hotelverband der Gemeinde die Entscheidung. Gleichzeitig forderte ihr Sprecher Joan Massanet, die Auffüllung müsse bis spätestens April 2010, also zum Start der Saison, abgeschlossen sein. “Der Strand darf nicht als Steinwüste enden”, so Massanet. Schon jetzt würden sich viele Urlauber über die vielen Steine am Strand beschweren.
Alexandra Wilms
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