Sanierung der Playa de Palma:
Große Worte, keine Taten
Eine Zweigstelle des Prado versprach Politikerin Margalida Najera einst vollmundig für die Playa de Palma. Doch bisher wurden nicht mal ein paar Schlaglöcher geflickt. Seit 2003 haben wir drei Tourismusminister, zwei Bürgermeister von Palma und drei von Llucmayor erlebt. Doch die groß angekündigte Sanierung der Playa de Palma macht nicht etwa Fort-, sondern Rückschritte”, so das bittere Fazit von Bartolomé Servera, Sprechers des Unternehmerverbands AFEDECO.
Gastronomen und Einzelhändler sind frustriert: Während in der vergangenen Wintersaison 61 Hotels der Playa geöffnet waren, sind es in diesem Jahr gerade noch 25 Unterkünfte. Davon sind neun Hotels nur noch dank des spanischen Förderprogramms für Seniorentourismus Imserso geöffnet. Zwar will die Vorsitzende des Konsortiums zur Neugestaltung der Playa, Margalida Najera (PSOE), im Mai 2010 mal wieder einen “Masterplan” vorlegen, doch die Gewerbetreibenden verlieren langsam die Geduld. “Najera ist qualifiziert, aber sie schafft es nicht, Hindernisse aus dem Weg zu räumen”, bemerkt Servera höflich. Schon vor Jahren kündigte Najera millionenschwere Sanierungen mit neuen Parks und neuen Fassaden an. Keine Idee war der Politikerin zu absurd: Eine Zweigstelle des Prado sollte gar Kulturtouristen an die Playa de Palma locken, versprach die Politikerin vollmundig. Passiert ist nichts. Doch nicht nur von Najera, auch von den Gemeinden sind die Unternehmer enttäuscht. An der Sanierung beteiligt sind Palma und Llucmajor, die Inselregierung und die Zentralregierung in Madrid. Doch zu sehen seien deren Vertreter nur, wenn die Chance auf ein Foto in der Zeitung besteht, so die Unternehmer. Die Taten bleiben aus. Dies führt zu bizarren medialen Wiederholungen: Vor kurzem stellte Spanien eine Anschubfinanzierung von zehn Millionen Euro zur Verfügung. Die Summe tauchte gleich dreimal in der Presse auf: Zuerst rühmte sich die Zentralregierung der Balearenregierung das Geld zur Verfügung gestellt zu haben. Dann ließ die Inselregierung in der Presse verkünden, sie habe dem Tourismusministerium zehn Millionen Euro für die Neugestaltung zugewiesen. Und schließlich wollte auch Tourismusminister Miquel Nadal nicht darauf verzichten, die Überweisung an das zuständige Konsortium in den Medien zu verkünden. “Die Millionen sind aber die selben geblieben”, erklärte der Vorsitzende des Hotelverbandes der Playa, Francisco Marín. Für Marín ist auch die Verwendung dieser ersten zehn Millionen fragwürdig. So sollen damit Beleuchtung und Straßenbelag verbessert werden. Eine wenig dringliche Aufgabe, für die in den Augen Maríns ohnehin die jeweiligen Gemeinden zuständig sind. Der Hotelier und auch viele Anwohner hätten es lieber gesehen, wenn mit diesem Geld die zunehmende Kriminalität auf den Straßen des Urlaubsortes bekämpft werden würde.
< >< >< > 