Mit dem Gummiboot auf hoher See

Liebe englische Freunde! Jetzt mal ehrlich: Dass ihr auf Eurer Insel so seltsame Bräuche pflegt wie Minzsoße über unschuldige Lämmer kippen oder auf der falschen Straßenseite fahren, das wussten wir schon. Eure Vorstellungen von vergnüg­lichen Aktivitäten während der Urlaubszeit versetzen uns aber doch immer wieder in ungläubiges Staunen… So wie diese Meldung, die uns von Menorca erreichte, oder naja, eigentlich mehr von irgendwo zwischen Mallorca und Menorca.

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Spaniens WM-Sieg verärgert Separatisten

Wir befinden uns im Jahr 2010. Ganz Spanien jubelt nach dem Sieg der WM… Ganz Spanien? Nein! Zwei von grenzdebilen Separatisten bevölkerte Regionen hören nicht auf, die Siegesfreude der Spanier zu torpedieren... Im Ernst: Der Erfolg der spanischen Nationalmannschaft passte den Vertretern des Katalanismus irgendwie so gar nicht in den Kram. Allein die zahlreichen Landesflaggen, die stolz Balkons und Autos zierten, trieben den Separatisten die Tränen der Verzweiflung in die Au­gen. Doch statt stumm über den wieder erstärkten Nationalstolz zu trauern, versuchte so manch’ ein Ideologe, den Fußballfans den Spaß zu verderben.

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Über Libido, Lust & Babys im Sommer

Endlich! Die schwülen Sommernächte sind da und die Insel, auf der tagsüber die Hitze flimmert, kühlt auch nachts nicht mehr aus. Die Tage der kühlen Camparis und langen Sommernächte am Strand haben begonnen. Die Fenster stehen bis September Tag und Nacht weit offen und man fühlt sich wie in einem dieser sexuell aufgeladen französischen Filme aus den sechziger Jahren. Denn die Zeit der offenen Fenster bringt uns auch interessante akustische Einblicke in das Leben unserer Nachbarn. Um es höflich zu formulieren: Man lernt sich kennen…

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Die Sonne scheint bei Tag und Nacht...

Zwar hapert es manchmal ein wenig an der Sprache, aber in vielen anderen Bereichen geht die „Mallorquinisierung“ der auf der Insel lebenden Nordeuropäer rasend schnell. Ein erstes Zeichen für die gelungene Integration ist die Definition der Worte „weit weg“: Von Palma bis nach Son Servera zu fahren kommt plötzlich einer Weltreise gleich, auch wenn früher in Deutschland der tägliche Weg zur Arbeit mindestens genau so lang dauerte. Jetzt aber liegt Son Servera am anderen Ende der Insel, also für einen in Palma lebenden Deutschen sehr, sehr weit weg. Wer länger hier lebt, muss vor so einer Tour de Mallorca daher zwanghaft kiloweise Proviant einkaufen und sich von seinen Liebsten schluchzend verabschieden, immerhin dauert die Fahrt eine ganze Stunde!

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Wer ist der steife Typ auf dem Boot?

Wir wissen nicht, ob es stimmt, aber es stand in der Zeitung: Zu Ostern erwarteten die Hotels von Capdepera erstmals mehr mallorquinische als deutsche Urlauber. Woran könn­te das Ausbleiben der Deutschen liegen? Vielleicht an der fehlenden Werbung für Mallorca in den deutschen Medien? Die Balearenregierung hat zwar ein horrend teures Werbevideo mit Tennisstar Rafael Nadal drehen lassen – nur ausgestrahlt wurde es bisher leider nicht, weder in Deutschland noch in England. Es wäre ja auch zu einfach, ein Werbevideo dann zu senden, wenn ganz Nordeuropa gerade im Rekordwinter friert und verzweifelt nach Sonne lechzt. Außerdem ist es nur eine vage Vermutung, dass die Menschen jetzt ihren Jahresurlaub planen.

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Über englische Waden und Weihnachten

Wir wollen ja nicht rumnörgeln, aber irgendwie ist es auf Mallorca einfach viel zu warm. Weih­nachtliche Ge­fühle können bei strahl­endem Son­nen­schein und kurzbehosten Engländern im Straßenbild einfach nicht aufkommen. Das Bedürfnis nach einem gepflegten Glühwein nach Feier­abend, das in Deutsch­land zum vorweihnachtlichen Standardrepertoire gehört, ist bei 20 Grad Aus­sen­­temperatur gemäßigt, besser gesagt, nicht vorhanden.

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Ratgeber: So fluchen Sie richtig!

Dieses Gerichtsurteil be­geisterte die Presse in ganz Europa: Ein spanischer Arbeitnehmer hatte seinen Chef während ei­nes Streitge­spräches als hijo de puta (Hurensohn) be­schimpft und wurde daraufhin gefeuert. Jetzt entschied der Oberste Ge­richts­hof Kata­lo­niens: Die fristlose Entlas­sung war nicht zulässig. Die Urteilsbegründ­ung ist überraschend: Der Begriff hijo de puta werde in der Um­­gangs­sprache inzwischen so häufig benutzt, dass er keine schwere persönliche Belei­digung mehr darstelle. Der Chef musste den Mann nicht nur wieder einstellen, sondern ihm sogar eine Ent­schädigung bezahlen. Ein pädagogisch sinnvolles Ur­teil: Sollten Sie mal Geld­mangel haben, beleidigen Sie einfach Ihren Chef…

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Ein Hauch von Kokain in der Luft…

Haben Sie sich eigentlich mal gefragt, wa­rum Spanien das beliebteste Reiseland der Deutschen und der Nordeuropäer überhaupt ist? Liegt es an der Sonne? Die scheint auch in der Türkei. Liegt es an den feinsandigen Stränden? Die sind auch in Griechenland nicht zu verachten. Oder geht die Liebe durch den Magen, und die Urlauber pilgern wegen der Paella nach Palma, Pam­plona oder Barcelona? Aber auch an der leckeren Reispfanne kann es nicht liegen, denn des Deutschen kulinarisches Lieblingsland ist und bleibt laut jüngsten Um­fragen Italien.

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Flugline will Stehplätze einführen

Michael O’Leary ist zwar ein waschechter Ire, doch was seinen Geiz an­geht, lässt er jeden seiner schottischen Nach­barn blaß aussehen: Erst hatte der Ry­an­air-Chef die glorreiche Idee, auf allen Ryanair-Flügen eine Toiletten­ge­bühr einzuführen (Diese “Innovation” war technisch zum Glück nicht umsetzbar). Jetzt hat O’Leary seine Passagiere aufgefordert, Vor­schläge für weitere Zusatzgebühren einzureichen (sich quasi selbst auszurauben).

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Ein Krokodil für unsere Brüder in Kuba

Es ist doch immer wieder schön anzuschauen, dass es in der gefühlskalten Welt der Diplomatie auch echte und aufrichtige Tier­freunde gibt. Solch ein aufopferungsvolles Verhalten für ein Krokodil sollte es öfter geben. Schließlich sind auch Al­li­gatoren Geschöpfe Got­tes! Sie haben nur ein kleines PR-Problem wegen ihres etwas groß geratenen Maules…

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Krisen-Tipp: Heuern Sie bei der Marine an!

“Frage nicht was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst!” riet schon John F. Kennedy seinen Landsleuten. Und da Spa­nien im Moment recht wenig für seine Bürger tun kann (das Land ist de facto pleite), könnten die doch mal was für ihr Land tun – meint zumindest Juan Car­los Domingo Guerra. Der Generalkommandant der balearischen Streit­kräfte bie­tet eine wunderbar einfache Lösung: “Beim Militär sind immer Stellen offen. Gerade für Einsteiger in den Arbeitsmarkt bietet sich die Armee an!”, so der Kom­mandant weiter. Und da Spanien ohnehin die höchste Rate völlig unqualifizierter Arbeitnehmer in ganz Europa hat (sprich: Jungs, die außer Ego-Shooter-Spie­len nicht viel beherrschen), könnte diese Alter­native viele Probleme lösen. Die Grundaus­bil­d­ung an der Waffe würden sicher viele bestehen.

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Nur Nigeria ist noch korrupter als Mallorca

Der Rekord ist zwar recht skuril und vielleicht etwas fragwürdig, aber Rekord bleibt Rekord. Die neueste insulare Su­per­lative: Wir leben auf dem korruptesten Fleck­chen Eu­ro­pas. Nirgendwo sonst gab es bisher einen Korrup­tions­fall, bei dem so viele Poli­tiker auf einmal auf der An­klagebank sassen. Im Caso Caballista, einem Gerichtsverfahren um ge­fälschte Dokumente, illegale Bauten in Naturschutz­gebieten und einen völlig fiktiven Reitverein (fragen Sie besser nicht), saßen gleich zwölf führende Mit­glieder der Partido Popular zeitgleich auf einer An­klage­bank, darunter zehn aktive oder ehemalige Bür­ger­meis­ter.

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Anleitung für Ehemänner an Weihnachten...

Den Kampf zwischen Mann und Frau hat kaum jemand so treffend beschrieben wie Arthur Schnitzler: “Ein Liebeszank endet selten mit einem wirklichen Frieden; meist ist es nur ein Waffen­stillstand, während dessen die Gegner einander Zeit lassen, ihre Toten zu begraben. Aber beginnt der Kampf aufs Neue, so zerren sie auch wieder die Toten ans Licht empor und von Verwe­sungs­düften um­weht kämpfen sie weiter.” Da es gerade in der Weih­nachts­zeit mit den langen Familienaben­den­den keine Flucht­möglich­keiten gibt (“Wie bitte? Du willst am ersten Weih­nachts­feiertag ins Büro? Na dann lass mal Deinen Geldbeutel und den Reispass da, damit Du nicht ‘zufällig’ zum Flughafen fährst.”), ist die besinnliche Zeit besonders anfällig für zwischeneheliche Reibe­rei­en. Doch meist ist es das schönere Ge­schlecht, das einfach viel zu sensibel auf unsere mänliche Locker­heit reagiert (“Morgen kommt meine Mutter zu Besuch und Du wirst dieses Jahr keine Witze über ihre Frisur machen!”).

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Mikki Krause singt den Friseur von Sevilla

Politiker haben ja oft lustige Ideen. Beim letzten Vorschlag von Marge­rita Najera, der Vorsit­zen­den des Ausschusses für die Umgestaltung der Playa de Palma, standen uns allerdings Tränen in den Augen: “Wir denken über eine Zweigstelle des Prado-Museums an der Playa de Palma nach”, so die PSOE-Politikerin. Unser Tipp: nur Werke mit wasserfesten Farben ausstellen, dann kann man die Bier- und Sangriaspritzer einfach besser abwaschen.

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Oh! welch' Kraft im Pinselstrich!

Vernis­sa­gen und Kunst­galerien kann man mö­gen, oder auch nicht. Ur­sprün­glich war die Vernis­sage einmal der Tag vor der Austel­lungs­eröffnung. Die Künst­ler überzogen ihre Bilder mit einem klaren Schutz­lack (auf französich: “le vernis”). Damit schlossen sie ihre Arbeit ab, denn ein Weitermalen war jetzt praktisch unmöglich. Im Laufe der Zeit entstand der Brauch, diesen Ab­schluss der Arbeit mit einer kleinen, intimen Feier im Kreise von Freunden und (vor allem) den Auftrag­ge­bern zu würdigen, die einer förmlicheren Ausstel­lung­seröffnung mit größerem Publikum voranging. Schon deswegen

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Prostituierte, Chirugen & die Krise

Ministerpräsident Za­pa­tero wusste schon, warum er es so lange wie ir­gendmöglich vermieden hatte, das Wörtchen “Kri­se” zur Beschreibung der spanischen Wirt­schafts­la­ge zu benutzen. Denn seitdem das böse Wort nun mal vor laufenden Kame­ras seinen Mund verlassen hat, kommt kaum ein Ar­tikel spanischer Tages­zeitungen ohne Ver­weis auf eben diese aus. Die Folge: An allem ist die Krise schuld. “20 Prozent we­niger Schönheits­opera­tionen wegen der Krise” titelte eine Zeitung, “Pros­tituierte beklagen das Aus­bleiben der Kund­schaft wegen Krise” schrieb die Konkurrenz, aber auch: “Spanier geben trotz Krise 3,3 Prozent mehr für Lotterie und Glücksspiel aus“.

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Nackt am Naturstrand

Eva, acht Jahre alt, aber schon ganz Dame von Welt, blickt mich erwartungsvoll an: “Duuhuu? Wieso hat die Frau da (sie zeigt mit dem Finger auf eine Dame mittleren Alters) keinen Badeanzug an und warum sind ihre Brüste viel größer als deine?” Babysitten ist nicht leicht. Wieso bin ich mit dem kleinen Mädchen auch ausgerechnet nach Es Trenc gefahren? Ich antworte mit einem breiten Grinsen: “Weisst du, bei der heutigen Wirtschafts­lage kann sich einfach nicht mehr jeder einen Badeanzug leisten, deswegen gehen die Leute jetzt nackt an den Strand.”

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Bibel-SMS aus der Entzugsklink

Der ehemalige PP-Stadtrat von Palma Javier Rodrigo de Santos, der über 50.000 Euro Steuergelder per Kredit­karte in Schwu­len­clubs und für Kokain veruntreute, un­ter­zieht sich zur Zeit einer Entzugs­therapie in Ma­drid. Dort hat der geläuterte Freier offensichtlich die Reli­gion wie­der­entdeckt: De San­tos verschickt aus der Drogen­klinik Bibelsprü­che per SMS an seinen ehemaligen Bekanntenkreis. Die Tages­zei­­tung El Mundo hat jetzt eine der Kurznach­richten des Erz-Katholiken veröffentlicht, und wir konnten uns ein paar An­merkungen nicht verkneifen.

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"Berlusconi? Ist das nicht ein Straftäter?"

Wie heisst das alte Sprichwort? “Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient.” Die Rede­wendung spricht momentan nicht eben für die Italiener. Denn die Bewoh­ner des Stiefels haben im April mal wieder gewählt (übrigens die 62. Regier­ungs­mannschaft seit Ende des Zweiten Weltkrieges), und die Mehrheit hat sich ausgerechnet für Silvio Berlusconi entschieden. Warum? Theatralik hat in Italien immer schon eine große Rolle gespielt, und die bedient der Präsident, der auf seinem Anwesen auf Sardinien sogar einen eigenen Vulkan per Knopf­druck ausbrechen lassen kann, zur Genüge.

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Mein Cousin hatte Deutsch in der Schule

Schön, wenn die Regier­ung endlich auch mal spart. Dumm nur, dass es dann meist ausgerechnet an falscher Stelle passiert. So wie bei der Touris­musmesse ITB in Berlin. Wenn man sich schon zwei ganze Messehallen für mehrere Millionen Euro mietet, sollte man nicht ausgerechnet beim Übersetzen der selbst ausgedachten Werbe­slo­gans sparen (“Wozu einen richtigen Übersetzer? Der Neffe von meinem Cousin hatte Deutsch in der Schule, der übersetzt uns das schon.”). Ja, und dabei kommen dann Stilblüten heraus, die einem die Tränen in die Augen treiben. Selbst die Messestän­de von Marokko, Simba­bwe und Mada­gas­kar waren professioneller ge­staltet als die Halle der Balearen. (“Ist ja nicht weiter wichtig, dass Deutsch­land für die Balearen der wichtigste Markt ist, da muß man sich ja keine Mühe geben…”)

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UNICEF: Brot für die Polizei

Polizisten haben es grundsätzlich nicht leicht: Braucht man einen, ist keiner zu finden, und wenn man den Beamten unbedingt aus dem Weg gehen will, kommen sie von allen Seiten – wie sie es auch machen, es ist falsch. Noch schwerer als der Durchschnitt hat es allerdings die Stadtpolizei von Palma. Die ging dieser Tage öfter mal zu Fuß auf Patrouille. Aber die Spaziergänge erfolgten weder freiwillig noch aufgrund des neuen Programms “Unsere Polizei muss fitter werden”, sondern weil ihre Dienstautos keinen TÜV mehr haben (kein Scherz).

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Lichterkette gegen Ziegenjagd

Die Idee ist genial: Um den Bestand der “größten wildlebenden Spezies” der Insel zu reduzieren, sollen Mallorcas Ziegen nun gegen Gebühr adrenalinsüchtigen Urlaubern zum Abschuss freigegeben werden. Ob die Aktion wirklich wie vom Tourismusverband angekündigt unter dem Begriff “Großwildjagd” laufen kann, ist allerdings fraglich (und dürfte enttäuschte Gesichter unter den russischen Millionären hervorrufen, die solcherlei Hobby gerne frönen: “Und wo bitte sind die Elefanten? Ich soll auf eine Ziege schießen? Die murkst schon mein Sohn mit seiner Wasserpistole ab!”). Dafür könnten alte Geschäftsfreunde ihre Vertragsverhandlungen in Zukunft im Hochsitz statt auf dem Golfplatz durchführen (“Sie wollen den Vertrag also wirklich nicht unterschreiben? Sie wissen, dass Sie keine Patrone mehr im Lauf haben?”). Besonders geeignet wäre die Ziegenjagd aber für Firmenausflüge (“Chef, es tut mir wirklich leid, dass ich Ihnen in den Allerwertesten geschossen habe. Das hat wirklich nichts mit meinem lausigen Gehalt zu tun!”)

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Öttinger und der Promi-Wirt

Baden-Würtembergs Ministerpräsident Günter Oettinger, ein Paradebeispiel des landeseigenen Werbespruchs “Wir können alles, außer hochdeutsch”, hat im vergangenen Jahr für so manche Negativ-Schlagzeile gesorgt. Doch während der Schwabe seine rechtslastigen Reden relativ unbeschadet überstand, könnte ihm jetzt der Deutschen liebste Ferieninsel zum Verhängnis werden.

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Mit dem Dealer an der Straßensperre

Um die Drogenverkäufe im berühmt-berüchtigten Viertel von Son Banya auszubremsen, griff Mallorcas Polizei nach Jahren des Wegschauens endlich mal zu umfassenden Mitteln: Ein ganzes Wochenende lang, von Freitagabend bis Sonntagnacht, wurde an der einzigen Zugangsstrasse zu dem isoliert liegenden Zigeunergetto Straßensperren errichtet. Nur wer sich als Anwohner ausweisen konnte, wurde von den schwerbewaffneten Polizisten durchgelassen. Die Drogenkonsumenten auf der Suche nach Stoff für das Party-Wochenende mussten draußen bleiben.

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Stinkwurm bedroht Llucmajor

Mistwurm, Stinkwurm, Kompostwurm… Die Bezeichnungen für den Regenwurm der Gattung Eisenia sind nicht gerade schmeichelhaft. Dabei haben es die rötlichen Kriechtiere durchaus in sich: Sie sind hervorragende, effiziente und vor allem anspuchslose Kompostproduzenten. Aus der Rotte, also dem organischen Abfallmaterial des Komposthaufens, machen die Tierchen im Handumdrehen fruchtbare Erde.

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Kommt Kolumbus aus Ibiza?

Was haben Benito Mussolini, George Bush und Maria Antonia Munar gemeinsam? Zu dieser Frage würden uns zahlreiche amüsante (und boshafte) Antworten einfallen, doch glücklicherweise liefert der Fragesteller namens Nito Verdera die Antwort gleich mit: Alle drei betreiben, so die Meinung des Schriftstellers, Geschichtsfälschung. Und zwar nicht etwa in Bezug auf die Schlagkraft der eigenen Truppen, die Existenz von ABC-Waffen oder die Verwendung unserer Steuergelder für Reisen nach Disneyland. Nein, es ist viel schlimmer:

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Wohin mit den grossen Scheinen?

An deutschen Stammtischen wird der 500-Euro-Schein gerne mit Osama bin Laden verglichen: Man hat gehört, dass es ihn gibt, aber gesehen hat man ihn noch nie. Bleibt man bei diesem Vergleich, dann sind zumindest die Notare Spaniens absolute Terrorismusexperten: Keine Berufsgruppe des Landes, vielleicht abgesehen von den Drogenbaronen und Waffenhändlern, deren Anzahl aber naturgemäss unter der der Notare liegen dürfte, sieht tagtäglich wohl eine vergleichbare Menge der rosaroten Scheine.

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500 Rechtschreibfehler

Der Sprachenstreit ist – wie nach den Neuwahlen vorherzusehen war – offen ausgebrochen. Da fordert die PSOE-Kulturministerin die Verwendung von Catalan auf allen Werbeflächen mit der Forderung, Catalan müsse geschützt werden. Doch wer schützt die Hochsprache Castellano? Nun, die PSOE wohl eher nicht. Der zugegebenerweise nicht gerade katalanfreundliche Círculo Balear hat sich das auf spanisch geschriebene Wahlprogramm der grössten Regierungsspartei einmal näher angeschaut und über 500 Rechtschreib-, Grammatik- und Syntaxfehler gefunden.

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Mückenpoesie...

Mücken, Mücken, nichts als Mücken – man soll`s nicht glauben, wie die Mücken jücken… Der deutsche Bänkelpoet Fred Endrikat empörte sich schon in den 20er Jahren über die Tücke der Mücke. Sein Leid ist heute wie damals aktuell: Nach einem friedlichen Sommerabend legt man sich ins Bett, schaltet das Licht aus und kuschelt sich gemütlich in die Kissen. Doch kurz bevor uns der Schlaf übermannt, wenn die schläfrige Dämmrigkeit die Glieder bannt, die Augenlider tonnenschwer scheinen, blasen die kleinen Jagdbomber zum Angriff.

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Süße Rache an Telefónica...

Wer kennt das nicht: Ruft man bei der Servicenummer von Telefónica an, verbringt man schonmal zehn Minuten in der Leitung. Immer wieder wird man weitergeleitet und jedesmal muß man sein Problem wieder auf ein Neues erklären. Und dann noch diese Werbeanrufe… Unser Tipp: Wenn Sie mal wieder vom Telefon aus der Dusche gelockt werden, nur weil ein Telefónica-Mitarbeiter Ihnen ein noch breiteres Schmalspur-ADSL anbieten will, dann drehen Sie den Spiess doch einfach mal um! Hier eine kleine Anleitung...

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Partei schickt Tote zu Micky maus

Es gibt seltene Momente im Leben eines Journalisten, da überflügelt die Realität selbst die kühnsten Phantasien. Plötzlich gibt es reale Geschichten, auf die man auch beim dritten Bier mit ein paar Kollegen nicht kommen würde. Wir sind ja von der Union Mallorquina (UM) allerhand gewöhnt, aber diese Geschichte ist so unglaublich, daß wir sie nur drucken, weil es sich um die Aussage des um jeden Zweifel erhabenen Untersuchungsrichters Juan Manuel Sobrino handelt.

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Warum steht das GESA-Gebäude noch?

Trauer in der Redaktion: Sollten sich die Prognosen bestätigen, wird Maria Antonia Munar wohl nach der Kommunalwahl Ende Mai nicht mehr dem Inselrat vorsitzen – und die “Spitzen” werden um ein dankbares Lieblingsthema ärmer sein. Deshalb erklären wir zum Abschied noch, warum das häßliche GESA-Gebäude in Palma noch immer nicht abgerissen wurde...

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GOB-Chef baut
illegalen Hühnerstall

Wer schützt Mallorca vor seinen Beschützern? Diese Frage stellte unlängst – durchaus zu recht – die spanische Tageszeitung El Mundo. Denn just drei Tage vor einer lange angekündigten Demonstration der Vereinigung “Salvem Mallorca” (Wir schützen Mallorca) gegen die Verbauung Mallorcas, geschah das Unfassbare: Ausgerechnet der Vorsitzende der Vogel- und Umweltschutzorganisation GOB hatte auf seinem Grundstück einen “Hühnerstall” errichten lassen – selbstverständlich ohne eine entsprechende Baugenehmigung.

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Inselrat zahlt Reise nach Disneyland

Über Kultur lässt sich ganz herrlich streiten. Was dem einen abstrakte Malerei ist, das sind dem anderen die Trällersternchen von Dieter Bohlen, die Diskussion um E(rnsthafte)- und U(nterhaltungs)-Kultur wird schon seit Jahrzehnten geführt.

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Kaugummi-Verbot

Keine Hände in den Hosentaschen, keine Ringe und keine ungepflegten Schnauzbärte: Palmas Polizei soll schöner werden. Die Autoren der neuen Verordnung haben nichts dem Zufall überlassen, selbst die Art und Weise, wie die Stadtsherrifs zu grüßen haben (und die Tatsache, dass das Grüßen von Passanten überhaupt zur Pflicht wird), ist detailliert festgelegt: Der Gruß soll korrekt, aber ohne Übertreibung dargebracht werden, dabei wird „die rechte Hand erhoben, der Arm vom Ellenbogen ab angewinkelt und bis zur Seite des Schirms der Polizistenmütze” geführt.

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Türkische Autos in Deutschland?

Streit in der Redaktion: Ist es richtig, daß die Guardia Civil Autos mit deutschen Kennzeichen konfisziert? Nachdem die erste Empörung verpufft ist, wollen wir hier auch mal die andere Seite der Medaille betrachten: Stellen Sie sich vor, in der in Deutschland erscheinenden Ausgabe der türkischen Zeitung “Hürriyet” wäre folgender Artikel abgedruckt: “Jagd auf türkische Kennzeichen: Unfassbar, was man in Deutschland alles mit sich machen lassen muss. Letzte Woche haben hinterhältige deutsche Polizisten vor Schulen in Kreuzberg gezielte Kontrollen von Fahrzeugen mit türkischen Kennzeichen durchgeführt. Dabei stellte sich heraus: Viele der Autos befinden sich bereits deutlich länger als sechs Monate in Deutschland.

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Mallorcas grösstes Hundeklo

Wer kennt es nicht – da tritt man morgens gutgelaunt und beschwingt aus dem Haus – und direkt in den nächsten Hundehaufen. Gerade abgelegenere Strassen und Gassen werden von vielen Herrchen gerne zum öffentlichen Hundeklo umfunktioniert und verwandeln sich so im Laufe des Tages zum glitschigen und stinkenden Hindernis-Parcours. Grobe Schätzungen gehen davon aus, dass in Palma an die 50.000 Hunde (-besitzer) wohnen, die nun mal ihre Bedürfnisse haben. Das ist auch schön und gut.

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Hobby mit Steuergeldern finanziert

Müssen Sie dieses Jahr auch mehr Steuern zahlen als im Vorjahr? Dann wird Sie folgende Geschichte besonders wütend machen: Dass Maria Antonia Munar den Inselrat wie ihr eigenes kleines Königreich führt und mit Steuergeldern vor allem Institutionen und Unternehmen ihrer Parteifreunde der Union Mallorquina (UM) sowie ihr eigenes Transportunternehmen beglückt, ist ein offens Geheimnis.

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Befehl: Die Flagge auf den Balkon!

Irgendwie fühlte man sich als Ausländer auf Mallorca in den vergangenen Wochen empfindlich an die Vergangenheit in diversen totalitären Regimen erinnert: “Die Flagge auf den Balkon!” stand da in Befehlsform auf hunderten Plakaten.
Inselratspräsidentin Maria Antonia Munar hatte beschlossen, die Diada de Mallorca dieses Jahr (vor den Wahlen) besonders patriotisch zu feiern. Damit das Volk auch ihren Wünschen gerecht wurde, verkündete die Sonnenkönigin ihren Marschbefehl kurzerhand per steuerfinanzierter Werbekampagne – früher nannte man sowas politische Propaganda...

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Wie intelligent ist Boris Becker?

Wenn Forscher die Intelligenz von relativ schlichten Tieren wie zum Beispiel Mäusen oder Hamstern testen wollen, verwenden sie einen einfachen, aber äußerst effizienten Test: Sie setzen den Futtertrog im Käfig des Tieres unter Strom und warten, was passiert. Natürlich rennt das Versuchstier munter drauf los und will voller Genuß in den leckeren Käse beissen – doch in diesem Moment macht es “Brrrrrz!” und das arme kleine Tier wird leicht angebrutzelt.

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Kampfqualle attackiert M. Douglas

Manchmal ist die Realität amüsanter als es sich ein Satiriker ausdenken könnte. Vor allem, wenn sich das Sommerloch in den Redaktionen der europäischen Medien breitmacht und die armen Kollegen händeringend auf der Suche nach einer verwertbaren Story sind. Eine österreichische Zeitschrift titelte Ende Juli tatsächlich: “Douglas von Qualle angegriffen”! Liebe Österreicher, nun habt ihr ja kein Meer, deswegen lachen wir Euch auch nicht aus, aber lasst Euch gesagt sein: Quallen sind keine Raubtiere und können auch niemanden angreifen. Das machen nur Haie und Wolpertinger... Aber zurück zu der Meldung – die beste Pointe liefert nämlich Michael Douglas am Ende schlauerweise selbst, bevor jemand anderes den Gag machen konnte. Wir zitieren...

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Frau Munars
neuer Taschenspiegel

Aus irgendeinem Grund sind wir Menschen in unserer schönen neuen Welt nicht wirklich glücklich: Wir schätzen zwar die Vorteile von Handy und Mikrowelle, wohnen aber lieber in einem Altbau, lieben Oldtimer mehr als klimatisierte Kompaktwagen und vergöttern eine Alkoholikerin namens Marylin Monroe. Wir verherrlichen die “guten alten Zeiten” (“Damals herrschte noch Zucht und Ordnung”). Kurz: Alles war viel besser.

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Kauft Bill Gates die Balearen?

Eines muß gleich vorweg deutlich gesagt werden: Nein, wir sind keine Kommunisten! Wer mehr leistet, soll auch mehr verdienen. Wer vielen Menschen einen Job sichert, soll und muß dafür besser entlohnt werden. Die Frage ist nur: Wieviel mehr soll der Leistungsträger im Vergleich zum “normalen” Menschen verdienen? Vor einigen Tagen hat das Spanische Amt für Statistik seine jüngsten Zahlen veröffentlicht und dabei auch den genauen Wert der Balearen angegeben. Die Inseln sind exakt 31.743.290.000 Euro wert, oder vereinfacht ausgedrückt: 31,7 Milliarden Euro. In den Preis miteinkalkuliert wurde nicht nur das gesamte Land, sondern auch alle Immobilien: Von der kleinsten Hütte am Puig Mayor bis hin zur Kathedrale und dem Königspalast in Palma.

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Liebe Hühner!
Wir bedanken uns herzlich...

Glaubt unser verehrter Ministerpräsident wirklich, was er da gesagt hat? Mit stolz geschwellter Brust stand Jaume Matas neben Anna Kurnikowa und lächelte in die Kameras. Danach erklärte er zufrieden: Der Zuwachs an Buchungen sei allein “seiner Regierungspolitik” zu verdanken. Lieber Herr Ministerpräsident! Wahr ist, was TUI-Chef Dr. Michael Frentzen gesagt hat: Der Markt im Osten des Mittelmeeres hat unter den dänischen Mohammed-Karikaturen und der Vogelgrippe sehr gelitten – davon hat Mallorca profitiert.

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Der liebe Steuerzahler bezahlt ja

Wir sind es ja gewohnt, dass Beamte, egal ob in Deutschland oder in Spanien, nicht besonders sensibel mit den Steuergeldern umgehen. Viele der Damen und Herren im Staatsdienst scheinen längst vergessen zu haben, wer ihre Gehälter bezahlt. Wer manch’ einen Beamten erlebt, der erst nach vier Aufforderungen zähneknirschend Castellano statt Katalan spricht, könnte vom braven Steuerzahler zum Anarchisten mutieren…

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Vegetarier ärgern macht Spass

Ob das gut geht? Schon beim Tippen der Überschrift spürt der Autor das politisch korrekte Hackebeil der Vegetarierfront im Nacken. Schweiß sammelt sich auf der Stirn, der Finger verweilt einen Moment auf der Löschtaste… Nein! Es muss einfach mal gesagt werden: Vegetarier sind dankbare Opfer in allerlei Alltagssituationen – insbesondere auf dieser Insel.

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Sex zu dritt
– Kann Liebe Sünde sein?

Das war ja klar, daß Sie diesen Artikel lesen! Wahrscheinlich haben Sie sich die ganze Zeitung überhaupt nur wegen dieser Überschrift mitgenommen. Wir Menschen – oder besser: wir Männer – sind leider so berechenbar. Liebe Frauen, verdreht einfach die Augen und findet Euch damit ab… Aber kommen wir zum Thema: Der Jugendrat von Palma wollte sich ganz modern geben und hat deswegen letztes Jahr ein furchtbar tolerantes und politisch korrektes Aufklärungsbuch veröffentlicht.

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Voreheliche Küsse verboten!

Sonntagmorgen, es ist genau 9.14 Uhr: “DingDong!” – Es klingelt an der Haustür. Verschlafen und mit wilder Frisur öffne ich die Haustür. Wer kann um diese Uhrzeit so lebensmüde sein, hier zu klingeln? Muttern? Nein, die lebt weit weg. Es sind die Zeugen Jehovas. Zwei geschniegelte Herrn in ordentlichen Anzügen. Ja, es gibt sie auch in Spanien! Irgendwie macht es jedesmal wieder Spaß mit ihnen zu reden. Vor allem, wenn man den Spieß umdreht und ihnen erklärt das sie die “armen verlorenen Seelen” sind, nicht wir! Mit meiner wohlformulierten Predigt (Titel: “Knutschen vor der Ehe macht Spaß – das müssen Sie unbedingt mal probieren!”)...

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Operieren wir Küblböck!

Am verzweifeltsten kämpfen immer diejenigen um ein wenig Aufmerksamkeit, die schon einmal berühmt waren und jetzt Ihre Prominenz schmerzlich vermissen: Die Vergessenen (oder für unsere intellektuellen Leser: “Deminenten”). Daniel Küblböck ist das Paradebeispiel. Er kam auf die Insel und ließ sich anläßlich einer Klinikeinweihung tatsächlich in aller Öffentlichkeit operativ seine Segelohren anlegen. Tatsächlich reisten von “Bild” bis “Explosiv” alle an, um diesen historischen Augenblick festzuhalten. Küblböck erhielt ein paar Minuten Aufmerksamkeit, bevor er für den Rest seines Lebens im bayerischen Niravana verschwand. Lieber Daniel! Nicht die Ohren sind dein Problem – Dein Kehlkopf…

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Sprachprobleme und Abschleppwagen

Neulich saßen wir mit einer mallorquinischen Freundin aus Porto Colom (vielleicht auch “Puerto Colom” oder “Portocolom”?) in einem Restaurant in Palma. Als der Kellner an unseren Tisch kam, um die Bestellung aufzunehmen, wollte sie wie immer auf Mallorquin bestellen. Doch was dann passierte, läßt jeden Anhänger von Hochsprachen in Triumphgeheul verfallen: Der Kellner – gebürtig aus Palma – verstand das Mallorquin aus Porto Colom (“Puerto Colom”…) nicht. Die beiden sahen sich fassungslos an und kommunizierten schließlich auf Castellano. Wenn ein Bayer und ein Friese aufeinandertreffen, haben sie es auch nicht leichter…

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