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Klimawandel: Land unter!
Lange Dürreperioden, heftige Stürme und ansteigender Meeresspiegel: Die Auswirkungen des Klimawandels werden auf Mallorca schon in den kommenden 40 Jahren deutlich zu spüren sein. Forscher der Balearenuniversität, sowie Experten der Vereinten Nationen und von Greenpeace, haben sich jetzt mit den Konsequenzen der steigenden Temperaturen für die Insel befasst und kommen zu beunruhigenden Ergebnissen. Während die Durchschnittstemperaturen weltweit in den vergangenen 30 Jahren um 0,7 Grad angestiegen sind, waren es auf Mallorca ganze 1,5 Grad.
Flughafen: Über 7.000 neue Parkplätze
Die Zentralregierung in Madrid bäckt keine kleinen Brötchen. Gleich 7.000 neue Parkplätze will das spanische Ministerio de Fomento (Infrastrukturministerium) am Flughafen von Palma schaffen. Dazu soll zwischen dem Busparkplatz und dem bestehenden Parkhaus ein siebenstöckiger Anbau errichtet werden. Auf den insgesamt 23.565 Quadratmetern entstehen laut den Plänen des Ministeriums 5.500 Parkplätze. Doch damit nicht genug: An der südlichen Seite des heutigen Parkhauses soll ein weiteres Gebäude zusätzliche 1260 Parkplätze beherbergen, die meisten davon sind für Langzeitparker gedacht.
Fregatte für Taucher
Die Gemeinde Calvià könnte bald um eine Attraktion reicher sein. Schon 2005 schlug Bürgermeister Carlos Delgado vor, die ausgemusterte Fregatte „Baleares“ vor der Küste von El Toro zu versenken. Mit dem so entstehenden künstlichen Riff wollte Delgado den Tauchtourismus in der Gemeinde anzukurbeln. Doch das spanische Umweltministerium machte dem Bürgermeister einen Strich durch die Rechnung und legte Widerspruch ein: Das Versenken des Kriegsschiffes sei umweltschädlich und gefährde die Unterwasserwelt.
Flughafen: Paradies für Trickdiebe
Eigentlich sollte der Urlaub gerade erst beginnen, doch für Gisela aus München war die Vorfreude auf eine Woche Sonne und Strand schon zehn Minuten nach der Landung in Palma dahin: Während ein Mann sie in der Ankunftshalle ansprach und nach dem Weg zum Bus fragte, stahl sein Komplize ihren Geldbeutel und eine neue Digitalkamera aus der Handtasche.
Kein Abriss in Ses Covetes
Wer zum ersten Mal von dem Dorf Ses Covetes zu dem Naturstrand Es Trenc läuft, traut seinen Augen nicht: Der Kontrast zwischen türkisfarbenem Wasser, hellweißem Sandstrand und den verlassenen Baurruinen am Ortsrand könnte größer nicht sein. Eingeschlagene Fensterscheiben und großflächige Graffitis, die den Abriss der Häuser verlangen, machen den Anblick der verlassenen Betonstrukturen noch trostloser. Seit 1994 stehen die halbfertigen Häuser an dem kurzen Feldweg, den im Sommer täglich tausende Badegäste in Richtung Strand folgen. Damals hatte eine Gruppe von Privatleuten, darunter auch Mitglieder des Umweltschutzverbandes GOB, gegen den Bau der insgesamt 13 Gebäude geklagt und dafür sogar 120.000 Euro aus eigener Tasche bei Gericht hinterlegt.
Steuermissbrauch in El Arenal
Logos, Bücher und das Design der Fußmatte – das Konsortium für die Neugestaltung der Playa de Palma scheint mehr an einer Nabelschau interessiert zu sein als an wirklichen Fortschritten für die Playa. Statt den Ort zu verschönern und den Urlaubern endlich mehr Sicherheit vor der zunehmenden Kriminalität zu bieten, verschwenden die Politiker ihr Budget für sinnlosen Schnickschnack.
100.000 Euro für einen Tunfisch
Nach nur zwei Wochen war schon wieder Schluss: Die Fangsaison für den im Mittelmeer vom Aussterben bedrohten Roten Tunfisch ist in diesem Jahr erstmals vorzeitig beendet worden. Weil die industriellen Fangflotten der EU ihre jährlichen Quoten bereits nach der Hälfte der vierwöchigen Saison erfüllt hatten, stoppte die zuständige EU-Kommissarin Maria Damanaki die Ringwadenfischerei auf Roten Tun per Dekret mit sofortiger Wirkung.
Kalter Frühling, heißer Sommer
Egal ob in der Bäckerei oder beim Friseur, die Insulaner sind sich einig: Der diesjährige Frühling war ungewöhnlich kalt und nass. Von Klimawandel und Erderwärmung bekam der Laie in den letzten Wochen nichts zu spüren, im Gegenteil. Diesen subjektiven Eindruck haben jetzt auch die Meteorologen bestätigt. Laut Agustín Jansà vom staatlichen Wetteramt auf den Balearen war der Frühling auf Mallorca der kälteste seit über 30 Jahren. Die Durchschnittstemperatur von 15 Grad in Palma lag den Angaben des Wetteramts zufolge ein halbes Grad unter den normalen Frühlingstemperaturen. Am Kloster Lluc in der Tramuntana war das Temperaturmittel mit elf Grad gar ein Grad kälter als für den Frühling üblich.
Tarifchaos bei den Gepäckpreisen
Wer heute seinen Koffer für eine Flugreise packt, sollte immer eine Waage und das Kleingedruckte des Buchungsformulars griffbereit haben. Sonst droht eine böse und vor allem teure Überraschung. Angesichts der völlig unterschiedlichen Gepäcktarife der verschiedenen Airlines kann ein zu voller Koffer so richtig kostenintensiv werden. Während Passagiere bei Billigairlines schon länger daran gewöhnt sind, für Gepäck extra zu bezahlen, haben nun auch Linienflieger wie Iberia und Lufthansa das Geschäft mit den Koffern entdeckt.
Teure Urlauber-Hotline:
1.800 Euro pro Anrufer
Spätestens wenn die computergesteuerte Frauenstimme wörtlich „Informationen über Ibiza Ypsilon Formentera“ anbietet, bricht die Leitung zusammen. Kichernde Urlauber versteht das so genannte “Sprachdialogsystem” der telefonischen Touristenauskunft offensichtlich nicht. Aber der Reihe nach: Im Jahr 2006 kam der Politiker Francesc Buils (Union Mallorquina) auf die famose Idee, eine Telefonhotline mit automatischer Ansage als Touristeninformation für Mallorca einzurichten. Ein guter Einfall, denkt man. Denn ein Anrufbeantworter kostet ja gerade mal 40 Euro und jemand der das Band bespricht müsste sich angesichts von über 5.000 Beamten leicht finden lassen. Doch so billig kommen die Steuerzahler bei Mallorcas Politikern nicht davon.
Landhotel im Leuchtturm?
Mallorcas Leuchttürme sind der Traum eines jeden Immobilienmaklers: Ruhige Lage, direkter Meereszugang und ein unverbaubarer Panoramablick. Die meisten Türme stammen aus dem 19. Jahrhundert und sind nicht nur wegen ihrer Lage wunderschön anzuschauen, auch die Architektur der Gebäude ist einmalig.
Früher waren die Leuchttürme und ihre Wärter unverzichtbarer Bestandteil der Seefahrt. Sie wiesen Schiffen den Weg und warnten sie vor Untiefen. Heute macht zentral gesteuerte Technik zumindest die menschliche Besatzung der Leuchttürme überflüssig.
Steuergelder für Nationalisten
Die Förderung der Regionalsprache Katalanisch wächst sich für nationalistische Vereinigungen wie Obra Cultural Balears (OCB) zu einem lukrativen Geschäft aus. Der offiziell gemeinnützige Verein erhielt allein im Jahr 2009 Subventionen von über 1,2 Millionen Euro. Dabei verschenkten sowohl die Regierung als auch der Inselrat, die Stadt Palma und sogar die Regionalregierung Kataloniens die Steuergelder nach eigenem Gutdünken und ohne offizielle Ausschreibung.
Korruption:
Jaume Matas drohen 24 Jahre Knast
Jetzt schützen den Ex-Balearenpräsidenten nicht einmal mehr seine besten Freunde. In flehendem Ton bat Jaume Matas (PP) am Telefon den Generalstaatsanwalt um Hilfe: “Tomeu, bitte grille mich nicht” so die heimlichen Aufzeichnungen der Policia Nacional. Doch Chefankläger Bartomeu Barceló verweigerte die Unterstützung: “Das liegt nicht in meiner Kompetenz”. 41 Millionen Euro soll der konservative Spitzenpolitiker in der vergangenen Amtszeit mit Hilfe von gefälschten Rechnungen rund um den Bau des Hallenstadions Palma Arena veruntreut haben. Die geklauten Steuergelder hat Matas für einen Stadtpalast in der Calle San Feliu in Palmas Altstadt ausgegeben. Jetzt entscheiden die Richter: Wird der einstige Spitzenpolitiker schuldig gesprochen, drohen ihm bis zu 24 Jahre Haft.
Neue Fische aus den Tropen
Fast zwei Meter lange Bernsteinmakrelenen und immer mehr Parasiten: Die Globalisierung und der Klimawandel verändern Flora und Fauna auf und um Mallorca deutlich schneller als bisher angenommen. Während auf der Insel vor allem Nutz- und Zierpflanzen von einer wachsenden Anzahl neuer Plagen und Schädlingen bedroht sind, haben Forscher in den Gewässern um die Insel bis zu 38 neue Spezies gefunden, die bisher nur in den wärmeren Temperaturen des subtropischen Atlantiks oder des Pazifiks vorkamen. Zu den exotischen Fischarten, die sich mittlerweile im Mittelmeer heimisch fühlen, gehört beispielsweise die Große Bernsteinmakrele (pez limón), die bis zu 1,90 Meter lang werden kann. Die Bernsteinmakrele lebt nur dort, wo das Wasser konstant über 18 Grad liegt.
Overbooking in England
Stell dir vor, du willst mal wieder in den Urlaub – und kommst nicht hin. Genau das passierte trotz Krise unzähligen Briten in den letzten Märzwochen. Die englischen Fluglinen hatten mit der plötzlich rasant steigenden Nachfrage nach Flügen auf die Balearen nicht gerechnet. Bereits Mitte März war es schlicht unmöglich, ein Ticket über Ostern nach Mallorca zu ergattern. Für die letzten vorhandenen Plätze verlangten die Airlines astronomische Preise. Jetzt müssen Tausende Engländer, die eigentlich ihr Geld auf Mallorca ausgeben wollten, ihre Ostereier im Regen suchen.
Sanierung der Playa de Palma:
Große Worte, keine Taten
Eine Zweigstelle des Prado versprach Politikerin Margalida Najera einst vollmundig für die Playa de Palma. Doch bisher wurden nicht mal ein paar Schlaglöcher geflickt. Seit 2003 haben wir drei Tourismusminister, zwei Bürgermeister von Palma und drei von Llucmayor erlebt. Doch die groß angekündigte Sanierung der Playa de Palma macht nicht etwa Fort-, sondern Rückschritte”, so das bittere Fazit von Bartolomé Servera, Sprechers des Unternehmerverbands AFEDECO.
Letzte Chance für den Tunfisch?
Köstliches Sushi, leckere Steaks: Der Rote Tunfisch ist in der modernen Küche eine hochgeschätzte Zutat. Die Nachfrage ist allerdings so groß, dass die Fischart vom Aussterben bedroht ist. Allein in den Gewässern um die Balearen, die als eines der wenigen Laichgebiete des Tunfischs weltweit gelten, konnten französische und spanische Fischer im Jahr 2000 während der Laichzeit über 14.000 Tonnen der begehrten Fischart fangen.
Gute Nachrichten für Mallorca-Rentner!
Riester-Rente auch in Spanien / 470 Millionen Euro Zuschüsse
Manchmal kommen aus Brüssel auch gute Nachrichten: Bisher mussten deutsche Senioren die Riester-Rente zurückzahlen, wenn sie ins europäische Ausland gezogen sind. Der deutsche Fiskus hatte jeden Cent zurückgefordert. Sogar der Kauf einer spanischen Immobilie war mit dem geförderten Riester-Kapital unzulässig. Doch dank einer Klage der EU-Kommision zwingt der Europäische Gerichtshof die Bundesregierung jetzt zur Gesetzesänderung: Riester-Sparer dürfen ihr Geld schon bald in der gesamten Europäischen Union ausgeben. Auch der EU-weite Immobilienerwerb muss legalisiert werden.
Glaubt man den Experten, haben die im Ausland lebenden deutschen Renter schon bald 470 Millionen Euro mehr in der Tasche. Hoffentlich kommen sie alle nach Mallorca!
Das Ende der Drogenmafia?
Es war wie im Film: Mitten in der Nacht fuhren die zwei Brüder langsam über die kaputten Strassen von Palmas Zigeunerviertel Son Banya. Sie liessen den Wagen mit laufendem Motor stehen und klingelten an der Tür von Josefa Moreno Cortés. Moreno, die in Zigeunerkreisen nur La Parrala genannt wird, öffnete die Tür gerade mal einen Spalt weit, schon traf sie eine Kugel in den Kopf. Zwar brachte ihre Familie die Clan-Chefin sofort mit einem Privatauto ins Krankenhaus Son Llatzer, doch die Hilfe kam zu spät. Die mächtigste Drogenhändlerin Mallorcas starb noch in der Notaufnahme.
Kampf um den Sand
Hoteliers und Urlauber in Cala Ratjada freuen sich: Gegen den Willen der Gemeinde Capdepera und des Umweltministeriums der Balearen will die Zentralregierung in Madrid den Strand von Cala Agulla mit Sand aufschütten. Ein Großteil des feinen Sandes der Cala Agulla, einem der schönsten Strände in der Umgebung von Cala Ratjada, wurde bei einem großen Unwetter 2001 ins Meer gespült. Seitdem streiten die zuständigen Stellen um die Regenerierung des Strandes.
El Niño brachte Rekordregen
Klimaextreme auf Mallorca: Während der letzte Sommer der zweitheißeste der letzten 40 Jahre war (nur 2003 kletterten die Temperaturen noch höher), zeichnete sich der September durch überraschend starke Niederschläge aus. Darunter litten vor allem die Hoteliers: Viele hatten auf spontane Buchungen für die einsetzende Nebensaison gehofft. Doch die Besucher aus Nordeuropa blieben nach einem Blick auf die Wettervorhersage aus. Viele Hotels mussten daher schon im September schließen.
Neue Minister statt Sparkurs
Statt wie angekündigt den Verwaltungsapparat der Balearenregierung zu verkleinern, um in der Krise öffentliche Gelder einzusparen, hat Balearenpräsident Antich nach der Sommerpause lediglich zwei Ministerien neu besetzt und umgeformt. Die bisherige Ministerin für Erziehung und Kultur Barbara Galmés wurde von Bartomeu Llinás abgelöst, der vorher im Präsidium von Antich tätig war. Llinás will sich vor allem für den Bau neuer Schulgebäude stark machen.
Wählen mit Dirty Harry
Ich gehe am 7. Juni 2009 zur Europawahl, weil sie am 8. schon vorbei ist!”, antwortete Harald Schmidt vor wenigen Tagen auf die Frage, warum jeder Europäer an der Europawahl teilnehmen sollte. Der Moderator ist mit seiner ironisch verpackten Meinung über die (Un-) Wichtigkeit der Europawahlen nicht allein: Auf den Inseln sieht nicht einmal die Hälfte der Bürger einen triftigen Grund, an den Wahlen des Europaparlaments teilzunehmen.
Wetten dass: Gratiswerbung für Mallorca
Zum ersten Mal gastierte Deutschlands bekannteste Fernsehshow 1999 auf der Sonneninsel. Damals waren Stars wie Sophia Loren, Mika Hakkinen, Montserrat Caballé, die Backstreetboys und Ricky Martin dabei. Die Siegerwette passte ganz zum Mallorca-Bild der Deutschen: Ein Kandidat versuchte 50 Duschgels am Körper von frisch geduschten Bikini-Schönheiten zu erkennen. Die Show erzielte sogar einen Zuschauerrekord: Unglaubliche 11,5 Millionen Deutsche schauten Gottschalk und seinen Gästen zu.
2010: EU-Gipfel auf Mallorca
Anlässlich der spanischen EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2010 trifft sich der EU-Ministerrat im kommenden Frühjahr erstmals auf Mallorca. Die 27 Län-der werden sich auf der Insel über Tourismus und die Seeverkehrspolitik der Union beraten. Der genaue Veranstaltungsort steht noch nicht fest.
Golfplatz oder Fabrik?
Während der Vorsitzende des balearischen Unternehmerverbandes CAEB, Josep Oliver, “mindestens fünf weitere Golfplätze” für Mallorca fordert, droht die linksnationale Regierungskoalition schon an einem bei Campos geplanten Platz zu zerbrechen. Die Genehmigung für den Bau von Son Baco, so der Name des Platzes, stammt noch von der konservativen Vorgängerregierung aus Partido Popular und Union Mallorquina (UM). Doch die Koalition um Präsident Antich, allen voran Koalitionspartner PSM (Partido Socialista de Mallorca), lehnt jeden zusätzlichen Golfplatz entschieden ab. Dabei geht es den Sozialisten vornehmlich um Umweltschutz.
Mit Comics gegen Israel
300.000 Euro hat das Sozialministerium dieser Tage ausserhalb des normalen Budgets ausgegeben. Allerdings nicht zur finanziellen Unterstützung alleinerziehender Mütter, arbeitsloser Familienväter oder hilfsbedürftiger Rentner. Sondern für ein kleines Comic-Heftchen, mit dem balearische Jugendliche für den Palästinakonflikt sensibilisiert werden sollen.
Rätselhafte blaue Flecken
Vernachlässigt, falsch medikamentiert und wund gelegen: Die Angehörigen von Bewohnern des privaten Pflegeheim Crist Rei in Inca hatten allein im vergangenen Jahr über 20 Anzeigen gegen das Heim eingereicht. Passiert ist lange Zeit nichts, doch vor zwei Monaten häuften sich die Anzeigen derart, dass die Guardia Civil endlich eine Untersuchung der Fälle anordnete.
Sprachspitzel in Sportclubs
Man kommt sich vor wie in einer Diktatur: Geht es nach dem Willen der Inselregierung, sollen schon bald Spitzel in Sportclubs die ausschließliche Verwendung von Catalan kontrollieren. Subventionen erhalten dann nur noch solche Vereine und Verbände, die sich dem Sprachzwang unterwerfen. Der neue “Plan zur sprachlichen Normalisierung”, den die PSM-Politikerin Margalida Tous am 2. April zur Abstimmung vorlegt, greift tief in das Privatleben der Inselbewohner ein. Denn nachdem der Bildungssektor, also Schulen und die Universität, mittlerweile dergestalt “normalisiert” wurde, dass die Unterrichtssprache fast ausschließlich Catalan ist, will das linksnationale Regierungsbündnis dem Volk jetzt in vielen weiteren Bereichen die Regionalsprache aufzwängen: Gesundheitssektor, Justiz, private Unternehmen, Sport, Freizeit, Religion und Kunst, alles soll katalanisiert werden. Wer Castellano spricht, wird bestraft.
Horrende Strompreise schocken Inselbewohner
Mehr als 1.000 Inselbewohner demonstrierten Mitte März auf Palmas Plaza España mit Trillerpfeifen und Sprechchören gegen “Wucherpreise” und falsche Abrechnungen seitens des balearischen Elektrizitätswerkes (GESA). Der Grund: Fast alle Konsumenten bekamen diesen Winter extrem hohe Stromrechnungen. Vor der GESA-Zentrale stehen täglich entrüstete Bürger Schlange, die Service- Hotline ist fast immer besetzt. Doch das E-Werk ist der falsche Sündenbock, denn in Spanien entscheiden nicht die Zulieferer, sondern die Regierungspolitiker über die Höhe des Strompreises und legen ihn alle drei Monate für ganz Spanien fest.
Das Schweigen der Lämmer
Bald ist es wieder so weit: Vermummte Gestalten mit spitzen weißen Kapuzen und Eisenketten werden am Gründonnerstag das jährliche Osterfest in den Strassen Palmas einläuten. Das kirchliche Ostern hat für viele Spanier auch heute noch einen hohen Stellenwert. Im überwiegend katholischen Mallorca fallen die Feierlichkeiten zu Ehren der Kreuzigung Jesu entsprechend prunkvoll aus. Die ersten Prozessionen finden schon am Palmsonntag (5. April) statt. Es werden Gottesdienste abgehalten und im Anschluss die Gläubigen mit Palmzweigen gesegnet. Die Zweige symbolisieren die Ankunft Christi in Jerusalem.
Löchrig wie Schweizer Käse
Dass die Kontrollen am Flughafen von Palma nicht so streng sind wie auf anderen europäischen Flughäfen, hat der ein oder andere Vielflieger sicher schon bemerkt: Wenn beispielsweise auf dem Rückflug nach Mallorca ein Taschenmesser beschlagnahmt wird, dass vor dem Abflug in Palma nicht mal bemerkt wurde, läßt sich eine gewisse mediterrane Gelassenheit nicht leugnen… Nun könnte sich die Sicherheitslage am Flughafen Son Sant Joan weiter verschlechtern: “Die Kontrollen an Mallorcas Flughafen sind schon jetzt so durchlässig wie ein Sieb”, erklärt Miguel Pérez, Gewerkschaftssprecher des Sicherheitspersonals am Flughafen von Palma.
Kriegsgefangene an Bord
Dass die US-Armee den Flughafen von Palma für geheime Gefangenentransporte in Foltergefängnisse benutzt hat, ist seit längerem bekannt. Doch die Amerikaner funktionierten offensichtlich nicht nur Flugzeuge zu Gefängnissen um: Auch Schiffe der US-Navy sollen verschleppte Terrorverdächtige transportiert haben.
Mehr Platz am Strand:
Die Briten bleiben zuhause
Das volle Ausmaß der Wirtschaftskrise macht sich auf Mallorca erst in diesem Jahr bemerkbar: Geschlossene Geschäfte, gestrichene Fährverbindungen, Entlassungen im Hotelsektor und rückläufige Buchungszahlen für die Sommersaison machen den Winter auf Mallorca noch härter als sonst.
Wo steckt der Zöllner?
Fliegen, das war früher mal ein Gefühl von Freiheit und Abenteuer, Glanz und Glamour. Heute ist es oft nur noch beschwerlich. Die Schuld liegt allerdings nicht bei den Fluglinien, die trotz immer günstigerer Preise meist perfekten Service bieten. Das Trauerspiel findet vor an Palmas Flughafen statt: Manch ein Reisender verbringt heute mehr Zeit in den endlosen Terminals als im Flugzeug selbst.
Sprachmix wie in New York
Multikulti auf Mallorca: In nur einem Jahr stieg die Zahl der Ausländer um 17,2 Prozent auf 223.000 Menschen. Die Insel entwickelt sich zum kosmopoliten Modell einer globalen Welt. Manchmal fühlt man sich in Palma wie in einer Weltstadt: Beim Einkaufsbummel hört man innerhalb weniger Stunden Französisch, Italienisch, Englisch, Rumänisch, Chinesisch, zahlreiche arabische Dialekte, Deutsch und natürlich Spanisch sowie Catalán.
Lebensmittel zum halben Preis
Durch die Wirtschaftskrise ist auf Mallorca eine neue Branche entstanden, deren Existenz vor zwei Jahren noch undenkbar gewesen wäre: Immer mehr verarmte Hausfrauen beauftragen Diebe, ihren “Einkauf” für sie zu erledigen.
Feuerzauber contra Denkmalschutz
Wie genau die Feierlichkeiten zu Ehren von Sant Sebastian, dem Schutzpatron von Palma, am Abend des 20. Januars ablaufen, steht noch immer in den Sternen. Sicher ist aber: Das Spektakel des letzten Jahres wird sich in dieser Form nicht wiederholen.
Kampf den Wilderern
Glaubt man den Wissenschaftlern, sind die Gewässer rund um die Balearen die letzte Hoffnung für den roten Thunfisch. Insbesondere die südlichen Regionen der Inseln sind eines der wichtigsten Laichgebiete für den meistbegehrten Fisch der Welt.
Make up für El Arenal
Ist ein Wunder geschehen? Die seit Jahren diskutierte Neugestaltung der Playa de Palma wird dieses Jahr wenigstens teilweise umgesetzt. Tourismusministers Miquel Nadal (Unión Mallorqina) will schon im Januar mit den ersten Arbeiten beginnen. Laut Ministerium wird zunächst die Infrastruktur der Playa optimiert, Kanalisation, Strassen und Sportanlagen sollen verbessert werden.
Die schönsten Weihnachts-Events auf Mallorca im Überblick
Sie können die Festtage nicht mehr erwarten? Einen ersten Vorgeschmack auf Weihnachten erhalten Besucher des Weihnachtsmarktes im Pueblo Español. Am zweiten Adventswochenende, also vom 6. bis zum 8. Dezember, erwarten die Besucher viele Verkaufsstände mit weihnachtlichem Zubehör oder Geschenkideen sowie kulinarischen Genüssen. Highlight ist wie jedes Jahr der Stand des Lions Clubs Palma de Mallorca. Die große Benefiz-Tombola bietet tolle Preise. Mit holländischen Waffeln und Sektbar sorgt der Club für das leibliche Wohl. Alle Gewinne kommen einem guten Zweck zu.
Xocolata, Turrón & Trauben
Während in deutschen Supermärkten in der Zeit vor Weihnachten vor allem Lebkuchen und Schokolade in allen erdenklichen Formen angeboten werden, rüsten sich spanische Läden mit ganzen Tischen der Weihnachtsspezialität Túrron auf den Ansturm der Käufer. Auch auf Mallorca ist der Turrón unverzichtbarer Bestandteil der Vor- und Weihnachtszeit. Die nougatähnliche Süßigkeit wird aus Mandeln, Zucker, Honig und Eiern hergestellt.
Catalán-Pflicht: Mallorca von Ärztemangel bedroht
Gibt es auf Mallorca schon bald einen akuten Ärztemangel? Geht es nach dem Willen der linksnationalen Balearenregierung, müssen ab 2010 alle Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern im öffentlichen Gesundheitssystem gute bis sehr gute Catalán-Kenntnisse vorweisen. Wer die staatliche Prüfung nicht besteht, verliert seinen Job.
Korruption: Die ewige Versuchung
Das Urteil soll abschrecken, die Haftstrafen sind hoch: Ende November wurde der bis dato amtierende Bürgermeister von Llucmajor, Lluc Tomàs, vom Landgericht Palma zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Tomás wurde der Veruntreuung öffentlicher Gelder für schuldig befunden. Der stellvertretende Bürgermeister und Ortsbürgermeister von S’Arenal, Joaquin Rabasco (Agrupación Social Independiente, kurz ASI), muss für insgesamt acht Jahre ins Gefängnis, seiner Lebensgefährtin Maria del Amor Aldao stehen drei Jahre Gefängnis bevor. Rabasco wurde neben Veruntreuung auch wegen Unterschlagung von Vermögen verurteilt.
Schmiergeld in der Karibik versteckt
Schon wieder erschüttert ein Korruptionsfall Mallorcas Politik: Ausgerechnet der Sprecher der nationalistischen Union Mallorquina Bartomeu Vicens steht unter Verdacht, mehrere hundertausend Euro Schmiergeld kassiert zu haben. Das Geld investierte der rechtskonservative Regierungspolitiker laut El Mundo in Luxuslimousinen, teure Immobilien und eine dubiose Geldanlage auf den karibischen Kaiman-Inseln. Weil der Staatsanwalt inzwischen bis zu fünf Jahre Gefängnis fordert, könnte die Affäre das Ende der bestehenden Balearenregierung bedeuten. Denn Vicens ist Abgeordneter und ohne seine Stimme (aus dem Gefängis ist eine Teilnahme an Parlamentsabstimmungen nicht möglich) fehlt der Regierung die Mehrheit. Doch es kommt noch schlimmer...
Banken räumen erste Wohnungen
Nicht alle Branchen leiden unter der Krise, ganz im Gegenteil: Für Schuldeneintreiber laufen die Geschäfte gerade richtig gut. Während Zahlungsunfähige in Deutschland immer häufiger Besuch von muskelbepackten Osteuropäern bekommen, wird in Spanien auf die Androhung von Gewalt verzichtet: Der nationale Marktführer “Cobrador del Frac” (“Eintreiber im Frack”) verfolgt säumige Schuldner auf Schritt und Tritt. Und alle, die den Mann mit Zylinder und Frack sehen, wissen genau: Da bezahlt einer seine Schulden nicht.
El Arenal:
Staub aus dem Steinbruch
Lärm, Staub und gefährliche Erschütterungen – die Anwohner des Steinbruchs Can Cánaves in El Arenal litten seit Jahren unter den Aktivitäten der Anlage. Die Folgen waren gesundheitliche Beschwerden, wie Allergien und Husten, Risse in Wänden und die Verschmutzung der Umgebung. Doch trotz zahlreicher Klagen gegen den Steinbruch konnten weder die Nachbarschaftsvereinigung noch die verärgerten Hoteliers etwas ausrichten. Der Abbau ging weiter.
Kein Catalan bei Air Berlin
Neue Runde im Sprachenstreit zwischen der Balearenregierung und Air Berlin: Álvaro Middelmann, Air Berlin Direktor für Spanien und Portugal, erteilte Mallorcas Linksnationalisten eine deutliche Abfuhr. Die Einführung von Catalan als Bordsprache sei “nicht rentabel” erklärte er in der Tageszeitung Diario de Mallorca.
Mehr Beton:
Neue Autobahn wird gebaut
Erneut enttäuscht die Regierungskoalition der Balearen ihre Wähler, indem sie ein Wahlversprechen bricht: Während die linke Inselratspräsidentin Francesca Armengol (PSOE) im Wahlkampf vor zwei Jahren immer wieder energisch betont hatte, es werde mit den Sozialisten keinen zweiten Autobahnring um Palma geben, muss sie nun heftig zurückrudern: Der so genannte “Segundo Cinturon” wird kommen, und zwar bald.
Neue Parkplätze am Flughafen
Wer die Wahl hat, hat die Qual: Am Flughafen von Palma können Autofahrer ab sofort zwischen fünf verschiedenen Parkmöglichkeiten wählen. Neben dem bestehenden Parkhaus und dem Langzeitparkplatz, der jetzt in unmittelbarer Nähe des Flughafens liegt, gibt es nun auch 36 Express-Parkplätze. Die neue Einrichtung direkt am südlichen Ende des Terminals ist für Autofahrer gedacht, die Passagiere zum Abflug begleiten oder ankommende Gäste abholen möchten. Abgerechnet wird im Minutentakt.
Roaming wird billiger
Handy-Kurznachrichten aus dem Urlaub werden im nächsten Jahr um zwei Drittel günstiger. Dafür will die EU strikte Preisgrenzen vorschreiben. “Auslands-SMS dürfen ab Juli 2009 maximal 11 Cent kosten”, bestätigte Telekom-Kommissarin Viviane Reding gegenüber der Rheinischen Post. Ende September stellte sie die neuen EU-Vorschriften vor. Bisher kostet eine SMS im Durchschnitt 29 Cent beim Auslands-Roaming.
Hoteliers fordern Liste britischer Sauftouristen
Die Schilder sind zwar in schlechtem Deutsch gehalten, doch sie sprechen Bände: “Bei dritten Vergehen der Ruhestörung ervolgt Verweis aus Hotel” oder “Nich springen von die Balkon”, werden viele Urlauber an der Playa de Palma schon in der Hotelhalle vorgewarnt. Doch während in Arenal, dem deutschen Ghetto der Sauftouristen, die Gäste des Lesens anscheinend noch mächtig sind, glauben die Hoteliers am anderen Ende der Bucht von Palma nicht mehr an die Wirkung solcher Warnungen.
Deep Purple: Tickets gewinnen
Mit Songs wie “Smoke on the Water” und “Child in Time” schrieb die britische Band Deep Purple Rockgeschichte. Am 15. September spielt die Gruppe rund um Sänger Ian Gillan erstmals in Palmas neuer PalmaArena. EL AVISO verlost 3 x 2 Eintrittskarten für den Innenraum sowie 1 x 2 VIP-Tickets. Teilnehmen können Sie einfach per E-Mail an elaviso@media-more. com. Bitte geben Sie unbedingt die vollständige Adresse sowie Ihre Telefonnummer an. Einsendeschluß ist der 8.9.2008. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Karten sind an folgenden Vorverkaufsstellen erhältlich: One Mallorca Magalluf, El Corte Ingles, Discos Gong, Discos OH und Discos BaBa in Manacor sowie Inca. Ausserdem gibt es die Tickets auch bequem im Internet auf der Homepage des Veranstalters www.onemallorca. com.
Koks macht cool...
…und extrem abhängig: Die Zahl der süchtigen Inselbewohner steigt besorgniserregend schnell - Matthias H. hatte es geschafft. Der gut aussehende, charmante Mittdreissiger betrieb gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin zwei Antiquitätenläden, die Geschäfte liefen gut, vielleicht zu gut. Denn aus der gelegentlichen Line Koks am Wochenende wurde mehr. Immer häufiger nahm er auch unter der Woche Kokain. Irgendwie war er witziger und schlagfertiger “mit Schnee” als ohne. Am Ende hatte er alles verloren: Die Läden waren pleite, die Freundin weg, und die Sucht da.
Schulbücher auf Kredit
Während der Beginn des neuen Schuljahres in Deutschland in erster Linie die Schüler trauern lässt, treibt er in Spanien vor allem den Eltern Tränen in die Augen. Denn anders als in Deutschland, wo allenfalls eine Monatsfahrkarte bezahlt werden muss, stehen spanische Eltern vor einem Berg von Ausgaben: Schuluniform, -materialien, Essensgeld, Transportkosten und Schulbücher müssen bezahlt werden. Im Durchschnitt werden pro Kind 855 Euro fällig, bei zwei Kindern bedeutet dies Ausgaben von 1710 Euro.
Baulärm trotz Verbot
Die Gesetzeslage ist eindeutig: Während der Hochsaison im Juli und im August darf in den Küstenzonen und Urlaubsorten von Llucmajor nicht gebaut werden. Der Hintergrund: Die Urlauber sollen nicht durch Presslufthämmer oder sonstigen Lärm gestört werden. Traurig nur, dass sich kaum jemand an die Verordnung hält. Vor allem in den Wohnsiedlungen von Sa Torre und Cala Blava wurde eifrig weitergebaut. Auch in El Arenal haben viele Bauherren das Verbot schlicht ignoriert.
Schwarze Schafe
zerstören Mallorcas guten Ruf
Familie Schaumann wird nie wieder auf Mallorca Urlaub machen. Das Ehepaar hatte in vier aufeinander folgenden Jahren teure Fincas gemietet – und die Enttäuschung wuchs von Jahr zu Jahr. Das erste Ferienhaus für 2.200 Euro pro Woche in Cala San Vicente bestach neben einer ärmlichen Einrichtung vor allem durch bestialischen Gestank aus der hauseigenen Sickergrube. Die Beschwerde über die üblen Gerüche beantwortete der Fincavermieter lapidar mit der Aussage, Gerüche aus der Sickergrube seien “landestypisch”.
Hitze fordert Todesopfer
Es war der perfekte Tag am Strand: Kinder springen in den Wellen, Teenager flanieren entlang der Brandung auf der Suche nach einem Flirt, der Sandstrand Cala Major ist an diesem Samstag besonders voll. Am Wochenende mischen sich auch die Berufstätigen unter die Urlauber. Kein Wunder, dass niemandem der scheinbar schlafende Mann auffällt. Seine Haut ist zwar knallrot, aber das ist man beim Anblick der vielen Urlauber in Cala Mayor ja gewohnt.
Kilmawandel:
Schlecht für den Tourismus
Estrella Rodriguez ist Expertin für Umweltfragen des balearischen Unternehmerverbands (CAEB). Die Biologin erforscht die Auswirkungen des Klimawandels auf Mallorcas Umwelt und die Inselwirtschaft. Was der Temperaturanstieg für Mallorca bedeutet, verrät Rodriguez im Interview.
Festland bietet Sprachasyl für Air Berlin
Nach der heftigen Polemik rund um die Verwendung von Katalan an Bord von Air Berlin hat die Fluggesellschaft jetzt Beistand vom Festland bekommen. Politiker aus den Regionen Murcia und Valencia boten der Flugline an, ihre Drehscheibe (Hub) für den Spanienverkehr von Mallorca in eine der beiden Regionen zu verlegen.
Werden Sie einfach Weltbürger!
Schon seit vielen Jahren schreibt einer der bekanntesten Kolumnisten des Diario de Mallorca deutschenfeindliche Artikel. Anfangs dachte ich, es wäre seine Überzeugung. Doch als er eines Tages wieder titelte: “Ein Deutscher kauft Mallorcas größte Finca” und auf mehreren Spalten über die Kultur der Teutonen klagte, griff ich zum Telefon, um ihn anzurufen.
Sonne, Strand & Sorgen
Kevins* Augen scannen die vorbeigehenden Passanten, bis sein Blick auf zwei jungen Frauen haften bleibt. Mit einer aufgeklappten Speisekarte macht er einen entschlossenen Schritt auf sie zu, seine Mundwinkel verziehen sich gekonnt zu einem schelmischen Lächeln. Dann folgt einer der vielen Sprüche, mit denen Kevin Tag für Tag versucht, möglichst viele Gäste in das Restaurant zu locken: “Ahoi Mädels! Alles im Lot auf dem Boot?” Beide gucken ihn irritiert an. “Schon gegessen?” Sie bleiben stehen.
Es Trenc ohne Blaue Flagge
Die gute Nachricht zuerst: Die Balearen haben dieses Jahr vier Blaue Flaggen mehr bekommen als im vergangenen Sommer. Die Wasserqualität ist an 84 Stränden hervorragend, an allen anderen Stränden gut. Schlechte oder gar gesundheitsschädliche Werte konnten nirgendwo entlang der Küsten gemessen werden. Die schlechte Nachricht: Ausgerechnet die zwei emblematischen Strände von Es Trenc und Sa Rapita haben auch dieses Jahr zum zweiten Mal in Folge keine Blaue Flagge erhalten.
Fischernetze gegen Quallen
Im Kampf gegen die bevorstehenden Qualleninvasionen an Mallorcas Stränden greift die Regierung jetzt zu ungewöhnlichen Mitteln: Seit dem 1. Juni sind insgesamt 16 Fischerboote in den Gewässern der Balearen auf Quallenfang.
Rekordregen im Mai
Auch wenn es die Urlauber, die ihre Pfingstferien auf der sonnigen Insel verbringen wollten, kein Trost sein wird: In den ersten 19 Tagen des vergangenen Monats wurden sämtliche historischen Rekorde in Sachen Regen auf Mallorca gebrochen.
30.000 Möwen ohne Futter
Große Schwingen, scharfe Schnäbel und ein unbändiger Hunger: Wenn Möwen nichts zu fressen finden, werden sie aggressiv. Und dass sie demnächst hungriger sein werden als sonst, steht schon jetzt fest: Mallorcas größte Müllkippe Son Reus wird im Laufe dieses Jahres endgültig geschlossen, und die weit über 30.000 Möwen, die sich von den organischen Überresten auf der Mülldeponie ernähren, könnten zum Problem werden.
Radarfallen auf Mallorca
“Ich hab zwölf Punkte in Madrid” – spanische Autofahrer, die das von sich behaupten können, fahren wahrhaft vorbildlich. Denn das im Juli 2006 eingeführte Punktesystem für Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung basiert nicht wie in Deutschland auf einer Anhäufung von Strafpunkten, hier werden die Punkte von einem Ausgangsguthaben von zwölf Punkten (acht für Fahranfänger) abgezogen.
Häfen seit April ausgebucht
Das Zitat aus einem Proteo-Laurenti-Krimi trifft wohl nirgends mehr zu als auf Mallorca: “Wer darüber nachdenkt, ob er sich ein Schiff leisten kann, der kann sich kein Schiff leisten.” Die Anschaffung ist die eine Sache, doch wirklich teuer wird neben dem Unterhalt vor allem der Liegeplatz.
Quallenplage statt Badespaß?
Jedes Jahr kommen sie früher: Die Quallenschwärme werden zu einem echten Problem im Mittelmeer, und ganz besonders auf den Inseln. Während die Nesseltiere früher nur gelegentlich in den Sommermonaten badefreudige Strandurlauber vergraulten, werden sie dieses Jahr schon im Winter an die Küsten der Balearen geschwemmt. Diesen Sommer droht daher eine regelrechte Plage.
Eigene Amtssprache für jede Insel
Jetzt ist es offiziell: Carlos Delgado will der nächste Balearenpräsident werden. Um das zu erreichen, bringt sich der PP-Bürgermeister von Calvià daher mit allen Mitteln ins Gespräch – je populistischer, je besser. Auf der eigens eingerichteten Internetseite www. porbalear.com verlangt der Politiker jetzt die Änderung des Autonomiestatuts der Inseln, das bisher Katalan und Castellano als gleichberechtigte offizielle Sprachen der Balearen nennt. Geht es nach dem Willen Delgados, soll es statt des Katalans in Zukunft gleich drei Amtssprachen geben: Mallorquin, Menorquin und Ibicenco.
"Dann gibt es hier Krieg!"
Wer in Palmas Zigeunerviertel Son Banya Drogen kaufen will, muss nicht lange suchen: “Koks gibt es immer in dem Haus, an dem die Laterne brennt”, erklärt ein deutscher Stammkunde den Weg. Doch damit soll bald Schluss sein: “Es kann nicht sein, dass in Son Banya eine Wallfahrtstätte für Drogenhandel mit Mitteln der öffentlichen Verwaltung subventioniert wird”, so Palmas stellvertretender Bürgermeister Eberhard Grosske (BLOC).
5.000 neue Wohnungen
Die Situation auf Mallorcas Immobilienmarkt ist paradox: Auf der einen Seite stehen immer mehr Wohnungen leer, auf der anderen Seite ist es für Normalverdiener schier unmöglich geworden, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Warum? Noch vor wenigen Jahren war der Bausektor voll ausgelastet, die Nachfrage schien ungebremst. Doch viele Käufer erwarben Immobilien nicht zum Eigengebrauch, sondern als Spekulationsobjekte mit hohen Gewinnerwartungen. Die Preise stiegen immer weiter. Für eine kleine Wohnung in Mallorcas Südwesten fordern die Eigentümer heute oft Mietpreise von bis zu 1.800 Euro und Kaufpreise von über 400.000 Euro, für junge Menschen, Familien oder gar Alleinerziehende sind solche Summen kaum bezahlbar.
Mietwagen: Vergleichen lohnt sich
Wer Mallorca wirklich kennen lernen will, der kommt in seinem Insel-Urlaub um einen Mietwagen nicht herum. Pro Jahr mieten sich deshalb unglaubliche 1,6 Millionen Deutsche ein Auto, um die landschaftlichen Schönheiten der Insel zu erkunden. Doch spätestens bei der Ankunft am Flughafen von Palma steht der Urlauber vor der Qual der Wahl: Welche der unzähligen Auto-Vermietungen ist wohl die beste, und welche die günstigste? Das Reisemagazin Urlaub Perfekt hat die acht größten Mietwagenanbieter Mallorcas getestet. Dabei wurden die Tarife und Versicherungsleistungen ebenso bewertet wie der Service bei Abholung und Rückgabe. Außerdem prüfte ein Kfz-Meister die Ausrüstung und Fahrtüchtigkeit der Wagen.
Callboys & Koks auf Staatskosten
Offiziell war er konservativer Vorzeigepolitiker, inoffiziell veruntreute er öffentliche Gelder in Bordellen: Javier Rodrigo de Santos, Politiker der Partido Popular (PP), ehemals zweiter Bürgermeister von Palma und Bauamtsleiter, hat für den ersten großen Politskandal des Jahres gesorgt. Über 50.000 Euro soll De Santos für Sex und Kokain mit einer Kreditkarte der Stadtverwaltung bezahlt haben.
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